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Region & Geschichte in der Region Cusco & Anden

Inka & Günther

Region & Geschichte

Cusco war die Hauptstadt des Inka-Reiches, und noch heute gehört zu jedem Fest in der Stadt ein Getränk, das älter ist als jedes europäische Bier: die Chicha de jora. Sie wird aus gekeimtem Mais gemacht, ohne Hopfen, und heißt auf Quechua aqha. Wer sie Bier nennt, trifft nur einen Teil der Wahrheit, denn weder Gerste noch Hopfen noch Reinzuchthefe kommen darin vor.

Nach den Überlieferungen bereiteten die acllas, die für den Sonnenkult ausgewählten Frauen, die Chicha vor dem Inti Raymi am 24. Juni zu. Beim Fest hob der Inka zwei Gefäße, das erste hielt er der Sonne entgegen. Bis heute geht beim Trinken oft der erste Schluck auf den Boden, als Gabe an die Pachamama, die Erdmutter. Für viele Familien ist das kein Brauchtum für Besucher, sondern gelebte Gewohnheit.

1533 besetzten die Spanier Cusco, und das Inka-Reich ging unter. Die Chicha blieb. Familien in der Stadt und im Heiligen Tal stellten sie weiter her und schenkten sie in kleinen Lokalen aus, den Chicherías. Man erkennt eine Chichería an der langen Stange vor der offenen Tür, an deren Spitze oft eine rote Fahne, Blumen oder Bänder hängen.

Das Bier europäischer Art kam später. Am 1. Oktober 1908 gründeten der Unternehmer Ernesto Günther und weitere Geldgeber in Cusco eine Zweigstelle der deutschen Brauerei Günther & Tidow. Der erste Sud lief am 27. Oktober 1909. Zuerst verkaufte man ein „Pilsener Bier Cuzco“ und einen Malzextrakt, ab den 1950er Jahren trug das Bier den Namen Cuzqueña, seit den 1970ern Cusqueña.

Im Jahr 2000 ging die Brauerei über die Cervesur in die Backus-Gruppe ein, die zu AB InBev gehört. Nach Angaben von Backus kann das Werk in Cusco bis zu 600.000 Hektoliter im Jahr herstellen. Daneben arbeiten kleine Handwerksbrauer wie die Cervecería del Valle Sagrado bei Urubamba. Eine Herkunftsangabe oder eine Stilnorm gibt es für die Chicha de jora nicht.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenLager und Ale im Vergleich
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