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Region & Geschichte in der Region Pommern & Danzig

Hafen und Hanse

Region & Geschichte

Was ist Jopenbier? Es war ein sehr starkes, dickes Bier aus Danzig, das seit dem 14. Jahrhundert in der Hansestadt gebraut und über die Ostsee verschifft wurde. Danzig, polnisch Gdańsk, liegt an der Mündung der Weichsel (Wisła) ins Meer. Diese Lage machte die Stadt zum Umschlagplatz für Getreide, Holz und Bier.

Schriften nennen für das 14. Jahrhundert rund 56 Brauereien in der Stadt. Die heutige ulica Piwna, auf Deutsch Bierstraße, erinnert daran: Vor 1945 hieß sie Jopengasse, benannt nach den Jopen- oder Schopenbrauern, die dort wohnten. Nach dem Krieg wurde der Name wörtlich ins Polnische übersetzt.

Jopenbier galt als extrem gehaltvoll. Beschreibungen sprechen von einem Extrakt bis zu 55 Grad, also von gelösten Stoffen aus dem Malz, die vor der Gärung in der Würze stecken. Ein normales Pils startet bei etwa 12. Wegen des hohen Zucker- und Alkoholgehalts hielt das Bier lange und eignete sich für den Export, wirkte aber eher wie Sirup als wie ein Getränk zum Durst löschen.

Danzig wechselte im Lauf der Jahrhunderte mehrfach den Staat. Von 1920 bis 1939 war es eine Freie Stadt unter dem Schutz des Völkerbunds, nach 1945 gehört es zu Polen. Das Jopenbier verschwand in dieser Zeit, die alte Brautradition riss ab. Als in den frühen 1990er Jahren die Danziger Brauerei im Stadtteil Wrzeszcz zusammenbrach, baute der Landwirt Andrzej Przybyło in Bielkówko das Browar Amber auf, nach Angaben der Brauerei der erste Sud am 24. November 1994.

Zurück kam das Jopenbier erst vor wenigen Jahren: Die Brauerei Olimp aus Toruń braute es 2018 nach, der Danziger Betrieb PG4 folgte 2019. Daneben steht der Baltic Porter, der heute als Hausstil der polnischen Küstenbrauer gilt. Einen EU-Herkunftsschutz hat weder das Jopenbier noch der Porter, Porter ist ein reiner Stilbegriff.

Dazu im Lexikon

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