
Schloss & Rhein
Region & Geschichte
Wer von Basel den Rhein hinauffährt, erreicht nach etwa zwanzig Kilometern Rheinfelden. Gleich beim Bahnhof steht dort ein Brauereischloss mit Türmen und Zinnen. Feldschlösschen gründeten 1876 der Brauer Theophil Roniger und der Bauernsohn Mathias Wüthrich, und zwar in einer stillgelegten Anilinfabrik im Fricktal, im Kanton Aargau.
Die Brauerei wuchs rasch. 1882 wurde die Anlage von 15.000 auf 30.000 Hektoliter im Jahr erweitert, 1887 waren es 45.000. Ein Hektoliter sind hundert Liter, also gut dreihundert Stangen Bier. Gebaut wurde im Burgenstil, der damals in der Industriearchitektur beliebt war und der Brauerei ihren Namen als Schloss eintrug.
Heute gehört Feldschlösschen zur dänischen Carlsberg-Gruppe und gilt nach der Produktionsmenge als größte Brauerei der Schweiz. Das Schloss selbst ist ein bekanntes Ausflugsziel an der Bahnlinie zwischen Basel und Zürich.
In Basel sieht es anders aus. Die erste Brauerei der Stadt wird für das Jahr 1488 genannt. Um 1870 gab es dort noch rund zehn Betriebe, danach schlossen die meisten. Warteck, 1856 als kleine Hausbrauerei gegenüber dem damaligen badischen Bahnhof gestartet, braute unter Bernhard Füglistaller das erste Pilsener der Stadt. 1990 stellte die Brauerei am Riehenring den Betrieb ein, das Gelände ist heute ein Kulturquartier.
Bis heute brauen in Basel kleine Betriebe wie die Fischerstube mit dem Ueli Bier oder Unser Bier. Der Schweizerische Brauerei-Verband, 1877 gegründet, zählte 2023 rund 1.192 Brauereien im ganzen Land. Einen geschützten Herkunftsnamen wie beim Kölsch gibt es für Basler Bier nicht.