
Rivera & Estrella
Region & Geschichte
Galicien liegt im Nordwesten Spaniens am Atlantik, grün, regnerisch und eher für Meeresfrüchte und Weißwein bekannt als für Bier. Trotzdem steht hier eine der großen spanischen Familienbrauereien. Estrella Galicia wird in A Coruña gebraut, und die Geschichte beginnt 1906 mit José María Rivera Corral aus As Pontes, der mit 15 Jahren nach Amerika ausgewandert war.
Mit Erspartem und neuen Ideen kehrte er zurück und gründete in A Coruña eine Fabrik für Bier und Eis. Den Namen „La Estrella de Galicia“ wählte er zur Erinnerung an sein Geschäft in Veracruz, das „La Estrella de Oro“ hieß. In den ersten Jahren trugen vor allem Eis und Wasser das Unternehmen, das Bier kam als weiteres Standbein dazu.
In den 1920er Jahren begann unter Ramón Rivera, dem Sohn des Gründers, die Mechanisierung der ersten Fabrik. Aus dem kleinen Betrieb wurde Schritt für Schritt eine Brauerei mit Maschinen. 1972 kam das Estrella Galicia Especial auf den Markt, das bis heute als Leitbier der Marke gilt.
Heute heißt das Familienunternehmen Hijos de Rivera, an der Spitze steht Ignacio Rivera Quintana. 2023 lag der Umsatz der Gruppe bei rund 829 Millionen, es arbeiteten etwa 1.809 Menschen dort. Zum Konzern gehören inzwischen auch Mineralwasser wie Cabreiroá, an dem sich die Familie 1994 beteiligte, sowie Wein, Cidre und Wermut.
Einen Herkunftsschutz für galicisches Bier gibt es nicht. Im EU-Register für geschützte Herkunftsangaben steht kein spanisches Bier, und ein Reinheitsgebot wie in Deutschland kennt Spanien ebenfalls nicht. Estrella Galicia ist deshalb eine Marke, kein geschütztes Gebiet, und genau so sollte man sie auch lesen.