
Chimaek im Hof
Essen & Bierkultur
Chimaek ist das Paar aus gebratenem Hähnchen (Chikin) und Bier (Maekju). Es entstand in den 1970er-Jahren, nachdem 1971 das erste Pflanzenöl aus Korea auf den Markt kam und die Geflügelzucht wuchs. Zum Volksgericht wurde es bei der Fußball-WM 2002, als die Fans zu den Spielen Hähnchen und Bier bestellten.
Korean Fried Chicken ist knusprig frittiert, oft zweimal, und schmeckt gewürzt oder mit Sauce. Das kalte, wenig bittere Lager spült den Fettfilm vom Gaumen und kühlt die Schärfe. Daegu gilt als Hochburg des koreanischen Brathähnchens und veranstaltet ein Chimaek-Festival.
Getrunken wird im Hof, einem Bierlokal mit Fassbier. Das Wort kommt vom deutschen Hof. Dazu isst man Anju, also Speisen, die zum Trinken gehören: Pajeon, einen Pfannkuchen mit Frühlingszwiebeln, Golbaengi-Muchim, einen scharfen Salat aus Meeresschnecken, getrockneten Tintenfisch oder gebratenes Fleisch.
Koreaner trinken selten ohne Essen. Anju gilt nicht als Beilage, sondern als eigene Gruppe von Gerichten, die den Alkohol begleitet. Auf dem Tisch steht meist eine Platte für alle, man teilt und schenkt einander nach.
In Hongdae und Itaewon haben die Brewpubs die Karte erweitert. Dort passt ein IPA zu frittiertem Huhn, ein Stout zu gegrilltem Fleisch. Daneben gibt es nach wie vor den klassischen Abend mit Cass und Hähnchen. Wer dazu etwas Frisches braucht, bestellt eingelegten Rettich, der das Fett vom Gaumen nimmt. Gerade nach Feierabend sind die Hofs in Seoul gut besucht.