
Eiskalt serviert
Verkosten
Ein Cass Fresh schmeckt nach hellem Getreide, wirkt süßlich und endet sauber, fast ohne Bittere. OB Golden Lager hat mehr Malzkörper, Max ebenfalls. Wer diese drei nebeneinander probiert, merkt, wie nah sie beieinanderliegen und wie fein die Unterschiede sind.
Die Craft-Szene bietet mehr Auswahl. Magpie Brewing begann 2011 in Gyeongnidan, die Craftworks öffneten 2010 in demselben Viertel, später kamen Biere aus Brewpubs in Hapjeong und Hongdae dazu. Dort trinkt man IPA, Stout oder Pale Ale in kleineren Mengen und achtet auf Aroma, Bittere und Körper.
Die Temperatur macht in Seoul den Unterschied. Das Lager kommt in der Regel eiskalt, häufig im vorgekühlten Glas oder Becher. Bei sehr kalter Temperatur schmeckt man weniger Süße und weniger Aroma. Das ist beim Massenlager gewollt, bei Craft-Bier dagegen schade, denn kalte Biere verlieren Duft.
Die Verkostung hat in Seoul ihre eigenen Regeln. Beim Einschenken gilt eine Höflichkeitsregel: Man schenkt zuerst den Älteren ein, hält die Flasche mit beiden Händen oder stützt den Arm und gießt nicht sich selbst ein. Die Tischrunde schenkt einander nach, das Glas bleibt selten leer. Wer genug hat, lässt das Glas einfach halb voll stehen.
Beim Somaek wird ein Gläschen Soju in das Bierglas gegeben, meist im Verhältnis drei zu sieben. Die Koreaner nennen das auch Poktanju, Bombenschuss. Die Mischung ist stärker als reines Bier, deshalb gilt: langsam trinken, Wasser dazu und Anju essen.