
Zwei Riesen
Region & Geschichte
Seoul bekam 1908 seine erste Brauerei, Bier kam also erst im frühen 20. Jahrhundert nach Korea. 1933 entstanden die beiden Betriebe, die das Land bis heute prägen: die Chosun Breweries, aus der später Hite wurde, und die Showa Kirin Breweries, die heute als OB firmen. Die Umbenennungen folgten spät, OB trägt seinen Namen seit 1995, Hite seit 1998.
Im Jahr 1994 brachte die Brauerei Jinro Coors die Marke Cass auf den Markt. 1999 kaufte Interbrew, der Vorläufer des Konzerns AB InBev, diese Brauerei, und Cass gehört seither zur OB-Gruppe. Hite übernahm 2006 den Soju-Hersteller Jinro und heißt seitdem HiteJinro. Seit 2014 mischt außerdem Lotte Liquor mit dem Bier Kloud mit.
Wer in Seoul ein Bier bestellt, bekommt deshalb fast immer ein Produkt dieser Häuser. Eine geschützte Herkunft für einen Seoul-Stil wie Kölsch in Köln gibt es nicht. Seoul ist hier keine Bierart, sondern ein Markt, auf dem helles Lager den Ton angibt.
Wie kleine Brauereien in Südkorea überhaupt arbeiten dürfen, hat der Gesetzgeber schrittweise geregelt. Nach der Änderung des Alkoholsteuergesetzes 2002 vergab der Staat erste Lizenzen für Kleinbrauereien, doch deren Bier durfte nur im eigenen Lokal ausgeschenkt werden. Solche Lokale heißen Brewpubs. 2011 lockerte der Staat die Auflagen noch einmal.
Den Durchbruch brachte die Gesetzesänderung vom April 2014. Seitdem dürfen Kleinbrauereien über Großhändler an Restaurants und Bars liefern. Die Zahl der Brauereien stieg nach Angaben der Wikipedia von 54 im Jahr 2014 auf über 100 im Jahr 2018. Die Craftworks öffneten schon 2010 in Gyeongnidan, einem Viertel nahe Itaewon. Magpie Brewing folgte 2011.