
Brauhäuser & Kloster
Region & Geschichte
Wie alt ist die älteste Prager Brauerei? Das hängt davon ab, wen man fragt. Im Haus U Fleků in der Neustadt kaufte der Mälzer und Brauer Vít Skřemenec 1499 ein Gebäude und richtete dort eine Brauerei ein, seither wird dort ohne Unterbrechung gebraut. Den Namen trägt das Haus nach Jakub Flekovský, der den Betrieb 1762 übernahm.
Noch weiter zurück reicht die Geschichte der Brauerei U Medvídků, des Hauses „Zu den Bärchen“. Schriftliche Quellen kennen das Haus seit 1404, und ein gewisser Jan Medvídek soll hier 1466 zu brauen begonnen haben. Gebraut wurde bis 1898, dann konnten die Besitzer mit den aufkommenden Industriebrauereien nicht mehr mithalten und gaben die Brauerei auf. Erst nach 1989 lief die Produktion wieder an.
Auch das Kloster Strahov oberhalb der Stadt braute einst selbst. Die Prämonstratenser gründeten ihr Kloster 1142, und Abt Kaspar Questenberg ließ 1628 eine neue Brauerei bauen. 1907 wurde sie geschlossen, und die Gebäude dienten danach lange als Wirtschaftsräume des Klosters. Im Jahr 2000 eröffnete die Klosterbrauerei Strahov nach einem Umbau wieder.
Die große Industrie kam im 19. Jahrhundert. Am 23. Oktober 1869 wurde in Smíchov am Ufer der Vltava die Brauerei gegründet, aus der Staropramen wurde. Der erste Sud entstand am 1. Mai 1871, den Markennamen, wörtlich „alte Quelle“, ließ man 1911 eintragen. Heute gehört Staropramen zum Konzern Molson Coors.
Eine eigene geschützte Herkunft für Prager Bier gibt es nicht. Seit dem 17. Oktober 2008 ist „České pivo“ als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) für tschechisches Bier eingetragen. Prag steht dort nicht als eigener Name, es zählt zum Land Böhmen.