
Malz, Lager, Craft
Region & Geschichte
Wer ist Samuel Adams, dessen Namen das bekannteste Bostoner Bier trägt? Der Anführer der amerikanischen Revolution erbte 1748 von seinem Vater die Mälzerei. Er stellte Malz her und verkaufte es, dass er selbst Bier braute, ist nicht belegt. Eine Anzeige im Boston Evening Post von 1751 bot Malz für alle an, die ihr Bier lieber selbst ansetzten.
Gebraut wurde in Massachusetts viel früher. Schon 1629 gab es in der Kolonie zwei Brauhäuser. Im 19. Jahrhundert prägten dann deutschstämmige Familien den Stadtteil Jamaica Plain, darunter die Haffenreffers. Die landesweite Prohibition von 1920 bis 1933 beendete den Betrieb vieler Brauereien.
Den Neuanfang machte Jim Koch. Er gründete 1984 mit Partnern die Boston Beer Company, Rhonda Kallman kam 1985 als Mitgründerin für den Vertrieb dazu. Das erste Boston Lager wurde am Patriots’ Day, dem 15. April 1985, in rund 35 Bars und Restaurants ausgeschenkt, vor allem in Back Bay und in der Innenstadt. Das Rezept geht nach Angaben der Brauerei auf Kochs Ururgroßvater Louis Koch zurück. Zuerst ließ die Firma in Pennsylvania brauen, seit 1988 braut sie in Jamaica Plain.
Ein Jahr nach dem Start entstand 1986 die Harpoon Brewery, gegründet von Rich Doyle, Dan Kenary und George Ligetti. Sie übernahm 2000 in Vermont die frühere Catamount-Brauerei in Windsor, und seit Juli 2014 gehört sie ihren Beschäftigten über einen Aktienplan. Später folgten Tree House, 2011 in Brimfield gestartet, und Trillium, das JC und Esther Tetreault am 21. März 2013 in Fort Point eröffneten.
Nach der Zählung der Brewers Association gab es in Massachusetts 2024 rund 228 Craft-Brauereien, je nach Stichtag nennen Quellen auch rund 212. Einen EU-ähnlichen Herkunftsschutz gibt es für Bier aus Massachusetts nicht, Namen wie Samuel Adams oder Harpoon sind Marken.