
Weiches Stauseewasser
Wasser & Boden
Woher kommt das Wasser für Bostoner Bier? Die Stadt und rund 40 weitere Gemeinden im Großraum beziehen es aus zwei Stauseen in Zentral-Massachusetts, dem Quabbin und dem Wachusett. Nach Angaben der Wasserbehörde MWRA ist es von Natur aus weich und enthält wenig Kalzium und Magnesium. Der Quabbin liegt rund 100 km westlich der Stadt.
Weiches Wasser ist für Brauer ein leeres Blatt. Es bringt kaum Härte mit, die ein helles Bier rau oder stumpf machen könnte, und ähnelt darin dem Wasser, das man von böhmischen Pilsnern kennt. Für ein bernsteinfarbenes Lager wie das Boston Lager oder ein Pale Ale ist das ein guter Start, weil die Brauerei dann selbst bestimmt, wie viel Mineral ins Bier kommt.
Genau das tun viele Brauereien der Region. Kalziumchlorid betont die Fülle und macht ein trübes IPA runder, Gips, also Kalziumsulfat, schärft dagegen die Hopfenbittere. Welche Mischung eine Brauerei wählt, ist ihr Rezept, und es wird meist nicht veröffentlicht.
Der Quabbin ist ein Werk des 20. Jahrhunderts. Man staute das Tal des Swift River auf, vier Dörfer verschwanden dabei unter dem Wasser. Das Gelände rundherum steht unter Schutz, damit das Wasser ohne aufwendige Reinigung auskommt.
Das Klima prägt weniger das Brauen als das Lagern. Die Winter in Massachusetts sind kalt und schneereich, die Sommer feucht und warm. Brauereien kühlen ihre Tanks deshalb mit Technik, und Dosen und Fässer gehören auch beim Händler in den Kühlschrank.