
Hummer & Brauhaus
Essen & Bierkultur
Der Hummer bestimmt, wie man in Maine isst. Aus dem kalten Wasser vor der Küste kommt er gekocht oder gedämpft auf den Tisch, mit zerlassener Butter und einer Zange. Am bekanntesten ist die Lobster Roll: Hummerfleisch in einem weichen, gebutterten Brötchen, in Maine meist kalt und mit etwas Mayonnaise, anderswo warm mit Butter.
Warum Bier dazu passt, erklärt die Kohlensäure. Sie trägt die Butter vom Gaumen, und die leichte Süße des Fleisches braucht keinen schweren Partner. Ein Witbier wie Allagash White bringt Orangenschale mit, die zu Krustentieren gut steht. Shipyard empfiehlt zur Lobster Roll ihr Export Ale oder ein Summer Ale, ein Pale Ale hält dem Brötchen stand.
Dazu kommen Muscheln. In Maine bestellt man Steamer, kleine Venusmuscheln, die in Brühe gedämpft werden, und Chowder, eine sämige Suppe. Auch hier tut ein leichtes, frisches Bier mehr als ein schweres. Kräftigere Ales passen zu gegrilltem Fleisch und zu den Beilagen eines Sommerfestes am Hafen.
Die Bierkultur lebt von den Brauereien selbst. In Portland liegen sie in der Nähe des Old Port, und viele haben einen Schankraum, in dem man probiert und den Brauern bei der Arbeit zusieht. Die Brauerei ist hier ein Ausflugsziel, das Wirtshaus im deutschen Sinn ersetzt sie nur teilweise. Es gibt kaum feste Rituale wie in Bamberg oder Köln, aber eine offene Neugier.
Auch die Jahreszeiten prägen das Angebot. Shipyard braut mit Pumpkinhead ein Saisonbier für den Herbst, dazu gibt es im Sommer ein leichtes Summer Ale. Getrunken wird meist aus Flaschen zu 355 Millilitern oder dem Pint zu 473 Millilitern.