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Region & Geschichte in der Region Michigan

Lager, Dürre, Craft

Region & Geschichte

Wer wissen will, wie Michigan zu seinem Bier kam, beginnt in Detroit. Ab den 1840er Jahren trafen deutsche Einwanderer in großer Zahl ein, und mit ihnen kamen helle Lagerbiere. Um 1860 führten deutsche Brauer die Hälfte aller Brauereien der Stadt.

Bernhard Stroh begann 1850 in Detroit zu brauen, zunächst für die deutschstämmige Kundschaft. Um die Jahrhundertwende stieß seine Brauerei rund 300.000 Barrel im Jahr aus, das sind etwa 350.000 Hektoliter. In der Prohibition stellte Stroh alkoholfreies „Near Beer“ und Limonaden her und braute nach der Aufhebung 1933 sofort wieder Bier.

Michigan war der erste Bundesstaat, der im April 1933 das Ende des Alkoholverbots bestätigte. Die Detroiter Großbrauereien erholten sich danach, die Betriebe schlossen aber einer nach dem anderen, bei Stroh 1985.

Den zweiten Anfang machte ein Laden für Hobbybrauer in Kalamazoo. Larry Bell eröffnete 1983 die Kalamazoo Brewing Company und braute ab 1985 selbst, anfangs in einem 15-Gallonen-Kessel, rund 57 Liter. 1993 kam das Lokal Bell's Eccentric Café dazu. Im Westen des Staates gründeten Mike Stevens und Dave Engbers 1997 in Grand Rapids die Brauerei Founders. Die ersten Jahre liefen schlecht, dann setzten die beiden auf Biere mit mehr Wucht.

Beide Pioniere gehören inzwischen großen Konzernen. Bell's ging 2021 an Lion, eine Tochter des japanischen Konzerns Kirin, als Larry Bell in den Ruhestand trat. An Founders beteiligte sich 2014 der spanische Konzern Mahou San Miguel, seit 2025 gehört ihm die Brauerei ganz. Nach der Definition der Brewers Association gilt eine Brauerei als „unabhängig“, wenn weniger als 25 Prozent einem Konzern außerhalb der Craft-Szene gehören. Einen Herkunftsschutz für Bier gibt es in Michigan nicht.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenLager und Ale im Vergleich
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