
Einwanderer & Marken
Region & Geschichte
Milwaukee wurde zur Bierstadt, weil hier im 19. Jahrhundert Deutsche ankamen, die Bier brauen konnten. Nach den gescheiterten Revolutionen von 1848 und 1849 wanderten viele Brauer aus. Am Westufer des Michigansees fanden sie Gerste, Eis und Platz. Jacob Best gründete 1844 mit seinen vier Söhnen die Brauerei Best and Company, anfangs mit 300 Fass im Jahr, das sind rund 350 Hektoliter.
Aus diesem Betrieb wurde später Pabst, die Firma trägt den Namen seit 1889. August Krug begann 1849 an der Chestnut Street, der heutigen Juneau Avenue, mit einer Brauerei, aus der Schlitz hervorging. 1851 folgte Valentin Blatz, 1855 Frederick Miller, der die stillgelegte Plank Road Brewery der Brüder Best für 8.000 Dollar kaufte.
Den Sprung zum landesweiten Geschäft ermöglichte 1871 das Große Feuer von Chicago. Die Brauereien der Nachbarstadt brannten, Milwaukee war in bester Lage, die Lücke zu füllen. Schlitz warb seit 1893 mit dem Satz „das Bier, das Milwaukee berühmt machte“. In der Prohibition schlossen fast alle der rund 1.980 Saloons der Stadt, die großen Brauereien überlebten mit alkoholarmem „Near Beer“ und Limonade.
Was ist aus den vier Namen geworden? Schlitz schloss sein Werk in Milwaukee 1981 nach einem Streik, 1982 übernahm Stroh die Firma, 1999 kaufte Pabst die Rechte am Namen. Pabst selbst schloss die Brauerei in Milwaukee 1996, ist seit dem Verkauf 2014 in Los Angeles ansässig und lässt Sorten wie Blue Ribbon seit 1999 bei Miller brauen; 2018 einigte man sich nach einem Streit auf die Fortsetzung. Blatz brauten die Milwaukeer bis 1959, danach ging die Marke an Pabst. Nur Miller steht noch am alten Ort und gehört heute zu Molson Coors.
Ein EU-Herkunftszeichen gibt es für Milwaukee nicht, der Name steht für eine Stadt und keinen Stil. Die Craft-Welle begann 1985 mit Sprecher, 1987 folgte Lakefront. Für 2023 zählt eine Übersicht in ganz Wisconsin 266 Craft-Brauereien.