
See, Fluss, Eis
Wasser & Boden
Wo kommt das Brauwasser in Milwaukee her? Die Stadt liegt am Westufer des Michigansees, und sein Wasser versorgt Milwaukee bis heute. Drei Flüsse treffen hier auf den See: Milwaukee, Menomonee und Kinnickinnic. Sie lieferten den ersten Brauern Wasser und Transportwege und nahmen die Abwässer wieder auf.
Was dieses Wasser mit dem Bier macht, ist heute kaum noch an einer Zahl abzulesen. Fast jede Brauerei bereitet ihr Wasser auf, enthärtet es oder gibt Salze zu. Der Satz „das Wasser macht den Stil“ gehört deshalb der Geschichte an, auch in Wisconsin. Für das helle, milde Lagerbier der Region war ohnehin entscheidend, dass das Wasser sauber und gleichmäßig floss.
Prägend war die Landschaft, die die Eiszeit hinterließ. Der Boden um den See ist flach, Lehm und Moränenschutt prägen ihn. Aus dem hiesigen Lehm brannte man helle, gelbliche Ziegel, die „Cream City Brick“, und mauerte daraus Brauhäuser und Lagerhallen.
Der Winter war für die frühen Brauer ein Werkstoff. Lagerbier braucht Kälte, und kalte Monate brachte Wisconsin im Überfluss: Eis aus Fluss und See kühlte die Lagerkeller, bevor Kältemaschinen es ersetzten. Wer ein Lagerbier brauen wollte, brauchte hier keine Berghöhle wie in Franken, der Boden und das Eis reichten.
Das erklärt, warum Milwaukee schon im 19. Jahrhundert untergärige Biere in großer Menge brauen konnte, mitten im Flachland und weit von jeder Bierstadt Bayerns. Die Natur gab die Kälte, die Einwanderer das Wissen.