
Lemp, Busch, InBev
Region & Geschichte
St. Louis liegt am Mississippi, knapp unterhalb der Mündung des Missouri. Im 19. Jahrhundert kamen so viele Deutsche hierher, dass Brauereien zum Stadtbild gehörten. Das Stammwerk von Anheuser-Busch steht bis heute im Viertel Soulard und geht auf die Bavarian Brewery von 1852 zurück.
Johann Adam Lemp kam 1838 aus Eschwege in Hessen und gilt als einer der Pioniere des Lagerbiers in der Stadt. In den frühen 1840er-Jahren gründete er eine kleine Brauerei, sein Sohn William baute in den 1860er-Jahren an der Cherokee Street eine viel größere. In den 1870er-Jahren lag Lemp bei Menge und Verbreitung zeitweise vor Anheuser-Busch.
Eberhard Anheuser übernahm die Bavarian Brewery, und sein Schwiegersohn Adolphus Busch stieg nach dem Bürgerkrieg ein. Busch hatte 1861 Anheusers Tochter Lilly geheiratet. 1879 trug die Firma den Namen Anheuser-Busch, und nach Eberhard Anheusers Tod 1880 führte Busch sie als Präsident.
1876 kam das Budweiser auf den Markt, ein helles Lagerbier nach böhmischem Vorbild. Die Marke gehörte zunächst Carl Conrad, einem Wein- und Champagnerhändler, bei dem Anheuser-Busch das Bier brauen ließ. Als Conrad Pleite ging, kaufte Busch 1882 die Rechte.
Die Prohibition, das landesweite Alkoholverbot der USA von 1920 bis 1933, überstand Lemp nicht; das Brauereigelände dient heute als Lager- und Studiofläche. Anheuser-Busch hielt sich mit anderen Waren über Wasser, etwa dem alkoholfreien Bevo. Als das Verbot endete, zogen 1933 Clydesdale-Pferde den ersten Wagen mit legalem Bier aus der Brauerei.
2008 kaufte das belgisch-brasilianische Unternehmen InBev den Konzern, der seither AB InBev heißt. Einen Herkunftsschutz wie im europäischen Register gibt es für Bier aus St. Louis nicht: Budweiser ist eine Marke, kein geschützter Name. Neben dem Riesen brauen Craft-Brauer wie Schlafly.