
Siedler & Brauer
Region & Geschichte
Bier aus dem Texas Hill Country geht auf Einwanderer zurück. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Deutsche, viele nach den gescheiterten Revolutionen in Europa, später auch Tschechen. Das Hügelland westlich von Austin und San Antonio bot günstiges Land. Deutsche gründeten 1846 Fredericksburg und benannten die Stadt nach Prinz Friedrich von Preußen.
Gebraut wurde zuerst zu Hause. Die erste gewerbliche Brauerei des Staates eröffnete 1872 Heinrich Kreische in La Grange. Schon 1870 zählte Texas siebenundzwanzig kleine Brauereien, alle in Gegenden mit vielen Deutschen, auch in Fredericksburg. Dort braute Charles Nimitz, der Großvater des späteren Admirals Chester Nimitz.
Die bekannteste Gründung kam 1909. Im Ort Shiner, südöstlich von Austin, taten sich deutsche und tschechische Familien zur Shiner Brewing Association zusammen. Sie stellten den Bayern Kosmos Spoetzl als Braumeister ein, der zuvor in Ägypten und Kanada gearbeitet hatte. Fünf Jahre später kaufte er den Betrieb und gab ihm seinen Namen. Die Prohibition überstand die Spoetzl Brewery mit Eis und alkoholfreiem Near Beer.
Kosmos Spoetzl starb 1950, danach führte seine Tochter Celie die Brauerei bis in die späten 1960er-Jahre. Heute gehört Spoetzl zur Gambrinus Company, einem Familienunternehmen mit Sitz in San Antonio.
Die junge Szene begann mit dem Gesetz von 1993. Mit HB 1425 erlaubte Texas den Brewpub, der bis zu 5.000 Barrel im Jahr, rund 5.900 Hektoliter, brauen und vor Ort verkaufen darf. Real Ale eröffnete 1996 in Blanco, Jester King 2010 bei Dripping Springs. Die Texas Craft Brewers Guild zählte 2024 insgesamt 447 Craft-Brauereien, Platz sechs unter den US-Staaten. Erstmals seit Langem schlossen in jenem Jahr mehr, als neu aufmachten. Einen Herkunftsschutz wie in der EU gibt es für Bier aus Texas nicht.