Zubereitung
- Das Servierglas vorkühlen. Die abgemessenen Zutaten in einen Shaker geben.
- Reichlich feste Eiswürfel hinzufügen und etwa 10–15 Sekunden kräftig schütteln.
- Durch ein Barsieb ins vorgekühlte Glas abseihen; das Schütteleis bleibt im Shaker.
Wie schmeckt er?
Zuerst kommt die Aprikose. Der Likör bringt Süße und eine dicke, fast marmeladige Frucht mit. Darunter arbeitet der Gin mit Wacholder und Kräutern und macht den Drink herb und schlank. Calvados legt Apfel dazu, aber gebrannten Apfel: trocken, warm und leicht holzig. Säure gibt es hier nicht, denn weder Saft noch Zitrone kommen ins Glas. Deshalb schmeckt alles dicht und konzentriert. Alle drei Teile sind Alkohol, und der Likör ist der einzige weiche Partner darin. Am Ende bleibt eine warme, fruchtige Schwere im Mund.
Wann passt er?
Der Angel Face gehört in den Abend, nicht in den Durst. Am besten passt er nach dem Essen oder zu einem ruhigen Gespräch. Wer gern Saftcocktails trinkt, wird überrascht sein: Es ist kein Tropfen Saft darin, und den Alkohol schmeckt man deutlich. Wer Gin mag und Fruchtlikör nicht scheut, findet dagegen schnell Zugang.
Worauf es ankommt
Achte beim Einkauf auf das Etikett. Apricot Brandy meint hier einen süßen Aprikosenlikör. Ein ungesüßter Aprikosenbrand hat dieselbe Frucht, bringt aber keine Süße mit, und der Drink kippt ins Harte. Miss die drei Teile genau ab, sie tragen sich gegenseitig. Kühle die Schale gut vor: Im Glas liegt später kein Eis, deshalb wird der Drink sonst schnell warm.

Woher der Drink kommt
Der Angel Face ist spätestens 1930 in gedruckter Form belegt, damals schon mit gleichen Teilen Gin, Aprikosenlikör und Calvados. Wer ihn zuerst gemischt hat, weiß man nicht. Auch woher der Name kommt, ist nicht verlässlich geklärt. Er klingt harmlos, der Drink selbst ist es nicht. Spannend ist vor allem der Aufbau: Zwei sehr verschiedene Brände stehen nebeneinander, und der süße Likör hält sie zusammen. Ohne ihn hätten Wacholder und Apfel wenig gemeinsam.
