Zubereitung
- Das Servierglas vorkühlen. Alle Zutaten mit reichlich Eis in ein Rührglas geben.
- Mit einem langen Löffel rühren, bis die Mischung gut kalt und leicht verdünnt ist, als Ausgangspunkt etwa 20–30 Sekunden.
- Durch ein Barsieb ohne das Rühreis ins gekühlte Glas abseihen.
- Zum Abschluss garnieren: Zitronenzeste oder grüne Olive.
Wie schmeckt er?
Im Glas stehen 70 Milliliter fast reine Spirituose, dazu kommt nur das Schmelzwasser vom Rühren. Entsprechend kräftig ist der erste Schluck. Du schmeckst den Wacholder aus dem Gin, dahinter die Kräuternoten des Wermuts. Süße fehlt fast ganz, Säure auch, denn es ist kein Saft im Rezept. Übrig bleibt ein trockener, leicht bitterer Eindruck, der lange im Mund steht. Die Garnitur entscheidet mit: Eine Zitronenzeste bringt Duft und wirkt frischer, eine Olive macht den Drink salzig und herzhafter. Kalt getrunken ist er weich, warm geworden brennt er.
Wann passt er?
Der Martini kommt vor dem Essen ins Glas und macht Appetit. Er ist nichts für den Anfang einer Cocktailkarriere: Ohne Saft und ohne Zucker steht der Alkohol nackt da. Wer Gin pur mag, wird ihn lieben. Trink ihn sehr kalt und in kleinen Schlucken, dann wirkt er weicher. Ein zweiter reicht den meisten Leuten völlig.
Worauf es ankommt
Der häufigste Fehler steht offen im Regal: Wermut ist Wein und wird nach dem Öffnen schlecht. Bewahre die Flasche im Kühlschrank auf und brauche sie in ein paar Wochen auf. Alter Wermut schmeckt muffig, und bei zwei Zutaten fällt das sofort auf. Trocken heißt außerdem nicht, den Wermut ganz wegzulassen. Fang mit den 10 Millilitern an und ändere das Verhältnis erst, wenn du weißt, wie er dir schmeckt.

Woher der Drink kommt
Der Dry Martini ist aus älteren Mischungen von Gin und Wermut entstanden. Einen Erfinder gibt es nicht, jedenfalls keinen, der sich belegen lässt. Mit der Zeit verschob sich der Geschmack hin zu weniger Wermut. Der Ginanteil wuchs dafür. Deshalb gibt es bis heute keine einzige richtige Zahl für dieses Rezept. Die hier genannten 60 zu 10 Milliliter sind eine von vielen möglichen Fassungen. Sie ist gut geeignet, um zu lernen, was Kälte und Verdünnung mit dem Drink machen. Wer das verstanden hat, kann das Verhältnis nach eigenem Geschmack verschieben.
