Zubereitung
- Das Servierglas vorkühlen. Die abgemessenen Zutaten in einen Shaker geben.
- Reichlich feste Eiswürfel hinzufügen und etwa 10–15 Sekunden kräftig schütteln.
- Durch ein Barsieb ins vorgekühlte Glas abseihen; das Schütteleis bleibt im Shaker.
- Zum Abschluss garnieren: Zitronenzeste.
Wie schmeckt er?
Der erste Eindruck ist Kälte und Alkohol. Gleich danach kommt der Wacholder aus dem Gin, dazu seine Kräuternoten. Der Wodka schmeckt selbst nach wenig; er macht den Drink vor allem stärker. Lillet Blanc ist nur ein kleiner Anteil, bringt aber einen Hauch Süße und Frucht. Das nimmt dem Cocktail die letzte Strenge. Die Zitronenzeste riechst du schon vor dem ersten Schluck. Saft ist keiner drin: nichts Saures, nichts, was den Alkohol abpuffert. Durch das Schütteln wird er sehr kalt und etwas wässriger, und genau das macht ihn trinkbar.
Wann passt er?
Der Vesper ist ein Aperitif für Geübte. Er bringt 60 ml reine Spirituose ins Glas und keinen Tropfen Saft. Trink ihn langsam und lass es bei einem. Vor dem Essen passt er gut, weil er nicht süß macht. Einsteiger tun sich schwer: Hier versteckt nichts den Alkohol, und das ist so gewollt.
Worauf es ankommt
Schütteln macht den Drink kälter und etwas wässriger als Rühren; beides ist hier gewollt. Kühle die Schale vor, sonst ist er nach wenigen Minuten lauwarm. Nimm große, feste Eiswürfel: kleine, angeschmolzene Stücke verwässern zu schnell. Erwarte keinen Originalgeschmack. Lillet Blanc ist nicht dasselbe Produkt wie der Kina Lillet von damals.

Woher der Drink kommt
Die Vesper stammt aus einem Roman. Ian Fleming beschrieb sie 1953 in Casino Royale, und die Figur Vesper Lynd gab ihr den Namen. Im Buch stehen Gin, Wodka und Kina Lillet. Diesen Kina Lillet gibt es heute nicht mehr in der damaligen Form; im Regal steht Lillet Blanc, ein anderes Produkt. Jede heutige Vesper ist deshalb eine ehrliche Nachbildung, keine Zeitreise. Was bleibt, ist die Idee: zwei klare Spirituosen, ein kleiner Anteil Wein, sehr kalt serviert.
