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Kurz erklärt · 3 Minuten Lesezeit

Was sind Botanicals im Gin?

Pflanzliche Aromageber verstehen und eine lange Zutatenliste richtig einordnen.

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Die kurze Antwort

Botanicals sind die pflanzlichen Zutaten, die einem Gin seinen Geschmack geben. Wacholder gehört immer dazu. Daneben kommen häufig Zitrusschalen, Koriandersamen und Wurzeln zum Einsatz.

Was sind Botanicals im Gin? — Motiv zum Thema Gin

Mehr Zutaten sind nicht automatisch besser

Botanicals ist das Fachwort für pflanzliche Aromageber. Das Wort klingt nach Botanik und meint schlicht alles Pflanzliche, was in den Gin kommt. Gemeint sind Samen, Schalen, Wurzeln, Blüten und Gewürze. Wacholder ist gesetzt, alles andere ist die Handschrift der Brennerei.

Ein paar Bausteine tauchen in sehr vielen Gins auf. Koriandersamen bringt oft eine zitrisch-würzige Note. Angelikawurzel gibt Struktur und bindet die übrigen Aromen. Zitrusschalen liefern Frische. Unterschiedlich ist vor allem das Verhältnis dieser Zutaten zueinander.

Auch die Verarbeitung redet mit. Dieselbe Zutat wirkt anders, je nachdem wie lange und wie kräftig sie im Spiel ist. Eine Zutatenliste zeigt deshalb nur, was benutzt wurde, und nicht, wie stark es herauskommt.

Genau deshalb ist die Anzahl kein Gütezeichen. Zwanzig Botanicals können sich gegenseitig verdecken, bis nur ein diffuser Duft übrig bleibt. Fünf, die aufeinander abgestimmt sind, ergeben oft das klarere Getränk.

Viele Hersteller drucken ihre Botanicals groß auf die Flasche. Zu lesen ist das nett, über die Mengen sagt es nichts. Eine Zutat kann in der Liste stehen und im Glas trotzdem kaum auftauchen.

Praktisch heißt das für den Einkauf: Die Zahl der Botanicals ist keine Entscheidungshilfe. Nützlicher ist die Stilbeschreibung auf der Rückseite. Dort steht, ob eine Flasche wacholderbetont, zitrisch, würzig oder floral ausfällt, und damit kannst du etwas anfangen.

Was du riechst, ist nicht die Zutatenliste

Riechst du Zitrone im Glas, weißt du damit noch nicht, welcher Bestandteil dafür sorgt. Interessieren dich die tatsächlichen Zutaten, hilft nur die Angabe des Herstellers.

Manche Eindrücke entstehen erst im Zusammenspiel. Eine Note, die du als Grapefruit wahrnimmst, kann aus dem Verhältnis mehrerer Zutaten stammen. Beteiligt gewesen sein muss dafür keine einzige Grapefruit.

Das ist keine Täuschung, sondern der Normalfall beim Duft. Unser Geruchssinn ordnet Muster zu und keine Einzelstoffe. Er arbeitet eher wie jemand, der ein Lied wiedererkennt, als wie jemand, der einzelne Töne benennt.

Für einen eigenen Versuch riechst du den Gin zuerst ohne Garnitur. Danach vergleichst du ihn im schlichten Drink mit einem zurückhaltenden Tonic. Erst zum Schluss kommt eine Zitronenschale oder eine andere geeignete Garnitur dazu. So merkst du, was die Garnitur beiträgt und was schon vorher da war.

Nimm dir für so einen Versuch nur einen Gin vor. Zwei gleichzeitig zu zerlegen klingt gründlich und endet meistens im Durcheinander. Beim zweiten Glas ist die Nase ohnehin nicht mehr so wach wie beim ersten.

Gin: Was du riechst, ist nicht die Zutatenliste

Botanicals im fertigen Drink erkennen

Drei Schritte nacheinander zeigen dir, welcher Eindruck aus dem Gin selbst kommt und welcher erst durch Mixer und Garnitur entsteht. Dieselbe Note kann mehrere Ursachen haben, deshalb ist das eine Suchhilfe und kein Beweis. Schreib nach jedem Schritt einen kurzen Satz auf, sonst verschwimmen die drei Eindrücke.

Botanicals im fertigen Drink erkennen
VergleichDarauf achten
Gin zunächst ohne GarniturWelche Eindrücke liefert die Basis selbst?
Gleicher Gin mit zurückhaltendem TonicWelche Aromen treten in der Mischung hervor?
Erst danach eine Garnitur ergänzenVerändert sie den Drink in die gewünschte Richtung?

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