Die kurze Antwort
Ein guter Gin Tonic braucht zwei Zutaten, die zueinander passen. Fang mit einem einfachen Verhältnis an und miss die Mengen wirklich ab. Ändere danach immer nur eine Sache auf einmal.

Das Tonic entscheidet mehr mit als der Gin
Gin bringt sehr unterschiedliche pflanzliche Aromen mit. Ein Tonic hat ebenfalls seinen eigenen Geschmack. Im Glas entscheidet deshalb nicht der Gin allein, sondern die Kombination aus beidem.
Von der Menge her ist das Tonic sogar die Hauptzutat. Bei 1:3 stehen 40 Millilitern Gin ganze 120 Milliliter Tonic gegenüber. Wer den Gin sorgfältig aussucht und beim Tonic nimmt, was gerade da ist, entscheidet nur über ein Viertel des Glases.
Womit du anfängst: ein Teil Gin, drei Teile Tonic
Fang mit einem Teil Gin auf drei Teile gut gekühltes Tonic an, über Eis. Eine feste Regel ist das nicht, nur ein guter Startwert. Schmeckst du den Gin kaum noch, nimm beim nächsten Glas weniger Tonic. Ist dir der Drink zu kräftig, nimm mehr.
Lass am Anfang jede aufwendige Garnitur weg. Tausche beim zweiten Versuch entweder den Gin oder das Tonic, nie beides zugleich. Halte die Mengen fest. So erkennst du, welche Veränderung dir tatsächlich gefällt.
Mehr Alkohol macht den Drink nicht besser. Es gibt auch alkoholfreie Sorten mit Wacholder, und die können zu deinem Anlass genauso gut passen.

So mixt du einen Gin Tonic
Fülle ein Highballglas oder ein großes Weinglas großzügig mit festen Eiswürfeln. Gib 40 ml Gin dazu. Ergänze langsam 120 ml gut gekühltes Tonic. Rühre einmal behutsam von unten nach oben. Als Garnitur genügt ein dünner Streifen Zitronenschale. Wasch die Zitrone vorher ab.
Das Verhältnis 1:3 ist nur der Ausgangspunkt. Möchtest du mehr Gincharakter, vergleiche beim nächsten Ansatz 40 ml Gin mit 80 ml Tonic. Für eine längere Mischung sind 160 ml Tonic eine weitere Variante. Lass Ginmenge, Eis und Glas gleich, damit du die Veränderung auch zuordnen kannst.
Welches Tonic, welche Garnitur?
Ein schlichtes Indian Tonic eignet sich gut als Vergleichsbasis. Stark aromatisierte Tonics legen sich dagegen über die Botanicals des Gins, also über seine pflanzlichen Aromen. Vom Gin bleibt dann wenig übrig.
Erscheint dir der Drink zu süß, schau zuerst auf das Tonic. Wirkt er zu bitter, ist mehr Gin nicht automatisch die richtige Antwort.
Gurke, Zitrusschale und Rosmarin geben sehr unterschiedliche Aromen ab. Beginne mit einer einzigen Garnitur. Pfefferkörner und ganze Kräuterbüschel sind kein Qualitätszeichen und können beim Trinken stören.
Auch die Kohlensäure zählt mit. Ein frisch geöffnetes Tonic bringt Spritzigkeit, und die lässt den Drink leichter wirken. Eine Flasche, die seit gestern im Kühlschrank steht, macht denselben Gin Tonic flach und süßlich. Kleine Flaschen sind deshalb praktischer als eine große, aus der man dreimal nachschenkt.
Die drei häufigsten Fehler
Zu wenig Eis ist der häufigste Fehler. Ein halb gefülltes Glas schmilzt schnell und verwässert den Drink. Viel Eis hält den Inhalt kalt und schmilzt dabei kaum. Das klingt verkehrt herum, ist aber so: Mehr Eis verdünnt weniger.
Der zweite Fehler ist kräftiges Rühren. Jede Bewegung treibt Kohlensäure aus, und die trägt einen guten Teil des Eindrucks. Einmal sanft von unten nach oben genügt, damit sich Gin und Tonic verbinden.
Der dritte Fehler ist das laue Tonic. Kühl den Mixer vor, dann muss das Eis weniger arbeiten und der Drink bleibt länger so, wie du ihn gemischt hast.