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Lexikon/Gin

Kurz erklärt · 3 Minuten Lesezeit

London Dry Gin: Muss er aus London kommen?

Die Herstellungsbezeichnung verstehen und nicht mit einer Herkunftsgarantie verwechseln.

Stand: 18. September 2026

In diesem Artikel
  1. Ort und Verfahren unterscheiden
  2. So nutzt du die Angabe
  3. Was London Dry für den Einkauf bedeutet

Die kurze Antwort

London Dry beschreibt, wie ein Gin gemacht wird, und nicht wo. Er darf überall auf der Welt entstehen. Wie die einzelne Flasche schmeckt, sagt der Begriff ebenfalls nicht.

London Dry Gin: Muss er aus London kommen? — Motiv zum Thema Gin

Ort und Verfahren unterscheiden

London Dry ist eine Herstellungsart. Der Alkohol wird dabei gemeinsam mit den pflanzlichen Zutaten noch einmal destilliert, und nachträgliche Zusätze sind stark begrenzt. Eine geschützte Londoner Herkunft steckt hinter dem Namen nicht.

Destillieren heißt dabei: Die Flüssigkeit wird erhitzt, der Dampf aufgefangen und wieder abgekühlt. Bei London Dry sind die pflanzlichen Zutaten in diesem Moment im Spiel. Genau dort entsteht der Geschmack.

Der Name stammt aus einer Zeit, in der das Verfahren in London entwickelt wurde. Geblieben ist die Machart, nicht der Ort. Heute entsteht London Dry in Spanien, Schottland, Deutschland und anderswo. Regelkonform ist das allemal, geschummelt ist daran nichts.

Was die Bezeichnung tatsächlich einschränkt, passiert nach dem Brennen. Aromen dürfen nicht nachträglich zugesetzt werden. Süße ist nur in sehr engen Grenzen erlaubt. Der Geschmack muss also aus der Destillation selbst kommen. Viele bekannte Marken tragen die Angabe, und sie schmecken trotzdem nicht gleich.

Das Wort Dry zielt genau auf diesen Punkt. Ein London Dry wird nicht nachgesüßt, jedenfalls nicht in nennenswerter Menge. Trocken meint hier also: ohne Zucker, der nach dem Brennen dazukommt.

Das ist eine ernsthafte Einschränkung. Sie ist nur eben keine geografische. Wer London Dry liest, erfährt etwas über das Handwerk und nichts über die Landkarte.

So nutzt du die Angabe

Beim Einkauf ist London Dry eine Auskunft zur Machart. Die wichtigen Fragen bleiben danach offen. Wie wacholderbetont ist diese Abfüllung? Welche Eindrücke bestimmen sie sonst? Und wofür möchtest du sie verwenden? Beantworten lassen sich diese Fragen nur an der einzelnen Flasche, nie am Begriff.

Nimm die Angabe deshalb als Ausgangspunkt, nicht als Auswahlkriterium. Zwei London Dry Gins können sich stärker unterscheiden als ein London Dry und ein Gin ohne diese Angabe. Die Stilbeschreibung auf der Rückseite verrät dir mehr über den Geschmack als der Schriftzug vorne.

Ein Beispiel macht es deutlich. Zwei Flaschen tragen beide London Dry. Die eine ist streng wacholderbetont, die andere voller Zitrusschale. Beide halten sich an dieselbe Regel, denn die Regel beschreibt nur, wie gearbeitet wird.

Probier einen neuen Gin zuerst in einem schlichten Drink mit einem Mixer, den du kennst. Ändere nicht gleichzeitig Tonic, Garnitur und Verhältnis. Sonst lässt sich der Unterschied hinterher nicht mehr zuordnen.

London Dry ist außerdem keine Preisstufe. Gins ohne diese Angabe können genauso überzeugen, sie sind nur anders gebaut.

Führe ruhig eine kleine Liste. Notiere, welche Flasche dir gefallen hat, und daneben ihre Stilbeschreibung. Nach ein paar Einkäufen erkennst du dein eigenes Muster, und dieses Muster hilft dir mehr als jeder Schriftzug.

Gin: So nutzt du die Angabe
  • Was ist Gin? Wacholder und viele mögliche Aromen

Was London Dry für den Einkauf bedeutet

Drei Fragen kommen im Laden immer wieder auf. Die Antworten zeigen, dass London Dry weniger beantwortet, als der Begriff vermuten lässt.

Was London Dry für den Einkauf bedeutet
FrageEinordnung
Muss er aus London kommen?Der Begriff beschreibt eine Herstellungsart, nicht zwingend diesen Ort.
Schmecken alle London Dry gleich?Botanicals und konkrete Machart können sich unterscheiden.
Passt er automatisch zu jedem Tonic?Mischverhältnis und Mixer zusätzlich abstimmen.
  • Was sind Botanicals im Gin?

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