Zum Inhalt

Ratgeber · 3 Minuten Lesezeit

Gin-Sorten: London Dry, Old Tom, Navy Strength und mehr

London Dry, Old Tom, Navy Strength und Sloe Gin: Welche Unterschiede für Geschmack, Einkauf und Cocktails wichtig sind.

Stand:

Die kurze Antwort

Die Wörter auf Ginflaschen meinen ganz Verschiedenes: die Herstellung, eine Geschmackstradition oder die Alkoholstärke. London Dry, Old Tom und Navy Strength sind deshalb keine Rangliste.

Gin-Sorten: London Dry, Old Tom, Navy Strength und mehr — Motiv zum Thema Gin

London Dry und Distilled Gin

Bei destilliertem Gin wird der Alkohol zusammen mit pflanzlichen Aromen noch einmal gebrannt. Für London Gin gelten zusätzliche Regeln, was danach noch dazu darf. London Dry muss nicht aus London kommen. Die Angabe sagt etwas über die Arbeitsweise, nicht über den Geschmack.

Der Unterschied liegt im Danach. Bei destilliertem Gin dürfen nach dem Brennen Aromen ergänzt werden, bei London Gin fast nichts mehr. Der Geschmack muss dort aus dem Brennen selbst kommen. Im Regal heißt das: London Dry verspricht eine Machart, keinen bestimmten Geschmack.

Old Tom und die modernen Stile

Old Tom knüpft an ältere, meist etwas süßere Gins an. Wie süß, entscheidet der Hersteller. New Western oder Contemporary Gin sind Stilbeschreibungen: Andere Kräuter und Gewürze treten dort neben den Wacholder. Lies die Produktbeschreibung, statt aus dem Namen auf den Geschmack zu schließen.

New Western ist eher eine Haltung als eine Regel. Wacholder bleibt erkennbar, steht aber nicht mehr vorn. Wer Gin über einen wacholderbetonten Klassiker kennengelernt hat, findet solche Flaschen manchmal zu zurückhaltend — und andersherum. Das ist Geschmack, keine Qualitätsstufe.

Gin: Old Tom und die modernen Stile

Was Navy Strength bedeutet

Navy Strength heißt: mehr Alkohol, oft um 57 Prozent. Eine feste Rezeptur steckt nicht dahinter. Schau auf die Zahl auf dem Etikett. Im Cocktail verschiebt ein stärkerer Gin die Balance — du kannst ihn nicht einfach genauso dosieren wie einen leichteren.

Die höhere Stärke ändert mehr als die Wirkung. Alkohol trägt Duftstoffe, deshalb setzt sich ein kräftiger Gin in einem Drink mit vielen Zutaten besser durch. Pur lohnen ein paar Tropfen Wasser: Sie nehmen die Schärfe und lassen die Kräuter hervortreten.

Sloe Gin und Pink Gin sind etwas anderes

Sloe Gin ist ein Schlehenlikör auf Ginbasis und schmeckt in eine ganz andere Richtung. Pink Gin kann ein Cocktail aus Gin und Bitters sein oder ein rosafarbenes Produkt. Prüf Farbe, Süße und Kategorie getrennt. Beim Einkauf hilft die Frage nach deinem geplanten Drink mehr als die Suche nach der besten Sorte.

Für ein Rezept ist das entscheidend. Wer im Martini trockenen Gin durch Sloe Gin ersetzt, bekommt keine Variante, sondern ein anderes Getränk: süßer, fruchtiger, schwächer. Steht in einem Rezept nur „Gin“, ist fast immer trockener Gin gemeint.

Welche Angabe wann zählt

Drei verschiedene Dinge stehen auf den Flaschen, und sie lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen: die Machart (London Dry, Distilled), die Geschmackstradition (Old Tom, New Western) und die Stärke (Navy Strength). Eine Flasche kann mehrere davon tragen. Ein London Dry in Navy Strength ist kein Widerspruch.

Beim Einkauf hilft diese Reihenfolge: erst wofür (pur, Tonic, Cocktail), dann die Geschmacksrichtung, dann der Rest. Wer bei den Kategorien anfängt, sortiert Begriffe statt Getränke.

Von hier aus weiter

Das könnte dich auch interessieren.

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.