
Lachs und Austern
Gin & Essen
Irlands Küche lebt von der Küste, und genau dort trifft sie sich mit dem Gin des Landes, der selbst oft nach Salz, Kraut und Moor schmeckt. Geräucherter irischer Lachs, kalt geräuchert und dünn aufgeschnitten, zählt zu den bekanntesten Gerichten. Er passt zu einem krautig-blumigen Gin wie Dingle Original, weil dessen Fuchsien- und Heidekrautnote den Rauch ergänzt, statt ihn zu überdecken.
Austern aus der Bucht von Galway oder aus Carlingford im Norden werden meist nur mit Zitrone serviert. Sie harmonieren mit einem salzig-krautigen Gin, in den getrocknete Meeresalgen von der Atlantikküste eingearbeitet sind. Das Jod im Gin nimmt die Jodnote der Auster auf, statt sie zu übertönen.
Irish Stew, ein langsam geschmorter Eintopf aus Lammfleisch, Kartoffeln und Karotten, verlangt nach einem kräftigeren Gegenpart. Drumshanbo Gunpowder Irish Gin mit seiner rauchigen Teenote und dem würzigen Abgang steht dem deftigen Eintopf gut zur Seite, ähnlich wie der kräftige Tee, den man traditionell dazu trinkt.
Soda Bread, das dichte, leicht säuerliche Brot aus Buttermilch und Natron, wird häufig mit gesalzener Butter und geräuchertem Fisch gegessen. Dazu passt ein eher zarter, blumiger Gin wie Glendalough Wild Botanical. Seine grünen, frischen Aromen nehmen die Säure des Brotes auf, ohne mit der kräftigen Butter zu konkurrieren.
Bei allen Kombinationen gilt dieselbe Regel. Der Gin wird pur oder als einfacher Gin Tonic gereicht, nie als Zutat im Gericht selbst. Er bleibt Begleiter, der einzelne Aromen des Tellers hervorhebt, etwa die Räuchernote beim Lachs oder das Salzige bei der Auster.
So zeigt sich am Tisch dasselbe Bild wie im Glas. Irischer Gin bleibt Landschaft in flüssiger Form, mal Moor, mal Hecke, mal Meer. Er passt deshalb besonders gut zu Gerichten, die auf denselben Zutaten fußen.