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Ratgeber · 6 Minuten Lesezeit

Gin-App: Sammlung, Tasting und das passende Tonic finden

Was eine Gin-App können sollte: das passende Tonic finden, Gins verkosten und die Sammlung im Blick behalten. Mit Tonic-Tabelle, Gin-Stilen und EU-Regeln.

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Die kurze Antwort

Eine Gin-App hilft dir vor allem bei zwei Fragen: Welches Tonic und welche Garnitur passen zu diesem Gin, und wie hat er dir pur oder gemischt geschmeckt? Für eine Sammlung sollte sie Gins nach Stil und Botanicals ordnen und festhalten, wie voll eine offene Flasche noch ist. Der beste Startwert für jeden Gin Tonic ist ein Teil Gin auf drei Teile Tonic, über viel Eis.

Gin-App: Sammlung, Tasting und das passende Tonic finden — Motiv zum Thema Technik

Was eine Gin-App leisten sollte

Bei Gin interessiert selten die Flasche allein. Derselbe Gin schmeckt pur, im Gin Tonic und im Negroni jeweils anders, und die spannende Information ist die Kombination, die dir gefallen hat. Eine Gin-App sollte deshalb nicht nur festhalten, welche Flaschen du hast, sondern auch, wie du sie getrunken hast: mit welchem Tonic, in welchem Verhältnis, mit welcher Garnitur.

Viele Gin-Apps sind vor allem Verzeichnisse mit tausenden Einträgen. Das hilft beim Nachschlagen, sagt dir aber nichts über deinen Geschmack. Wichtiger ist, ob du eigene Notizen und Mischungen speichern kannst und ob die App sie dir wieder anzeigt, wenn du dieselbe Flasche in der Hand hast.

Das passende Tonic: Worauf es wirklich ankommt

Die meisten suchen eine Gin-App, weil sie wissen wollen, welches Tonic passt. Die Grundregel ist einfach: Das Tonic ist im Glas die größere Menge, es darf den Gin nicht zudecken. Ein schlichtes Indian Tonic ist die beste Vergleichsbasis. Stark aromatisierte Tonics legen sich dagegen über die Botanicals, also über die pflanzlichen Aromen des Gins, und vom Gin bleibt wenig übrig.

Die Garnitur sollte etwas aufgreifen, das schon im Gin steckt. Die Tabelle ist ein Startpunkt, keine feste Regel. Probier jede Kombination einmal und notier dir, was dir gefallen hat. Nach ein paar Wochen hast du so deine eigene Liste, und genau dafür lohnt sich eine App am meisten.

Technik: Das passende Tonic: Worauf es wirklich ankommt
Das passende Tonic: Worauf es wirklich ankommt
Gin-StilTonic zum StartGarnitur
klassisch, wacholderbetont (London Dry)schlichtes Indian Tonicdünner Streifen Zitronenschale
zitrusfrischzurückhaltendes Tonic mit wenig SüßeZitronen- oder Orangenschale
kräuterig, würzigschlichtes Indian Tonicein Zweig Rosmarin
frisch, grünmildes Tonicein Streifen Gurke
blumig, feinsehr mildes Tonic mit wenig Süßewenig oder gar keine Garnitur

Mischverhältnis, Glas und Eis

Fang mit einem Teil Gin auf drei Teile gut gekühltes Tonic an, also 40 Milliliter Gin und 120 Milliliter Tonic. Schmeckst du den Gin kaum noch, nimm beim nächsten Glas weniger Tonic. Ist dir der Drink zu kräftig, nimm mehr. Ändere dabei immer nur eine Sache, sonst weißt du nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Ein Highballglas oder ein großes Weinglas füllst du großzügig mit festen Eiswürfeln. Das klingt verkehrt herum, ist aber so: Viel Eis verdünnt weniger, weil es den Drink kalt hält und dabei kaum schmilzt. Gieß das Tonic langsam dazu und rühr nur einmal behutsam von unten nach oben. Jede weitere Bewegung treibt Kohlensäure aus, und die trägt einen guten Teil des Geschmacks.

Gin, Destillierter Gin, London Gin: Was auf der Flasche steht

Gin ist in der EU streng geregelt. Jeder Gin muss mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben, und der Wacholder muss im Geschmack vorherrschen. Destillierter Gin entsteht, indem Alkohol mit Wacholder und anderen Pflanzen erneut destilliert wird. London Gin ist die strengste Stufe: Das Aroma darf nur aus dieser Destillation stammen, Färben ist verboten, und gesüßt werden darf er höchstens mit 0,1 Gramm Zucker pro Liter.

Wichtig für Sammler: London Gin ist eine Herstellungsart, keine Herkunft. Ein London Gin kann überall auf der Welt gebrannt werden. Und weil Gin mindestens 37,5 Prozent haben muss, darf ein Getränk ohne Alkohol nicht als Gin verkauft werden, auch wenn es ähnlich schmeckt. Eine Gin-App, die diese Kategorien sauber trennt, hilft dir beim Vergleichen mehr als jede Punktzahl.

Die Gin-Stile auf einen Blick

Auf Ginflaschen stehen drei verschiedene Arten von Angaben: die Machart, eine Geschmackstradition und die Stärke. London Dry und Distilled Gin beschreiben die Herstellung. Old Tom knüpft an ältere, meist etwas süßere Gins an. New Western oder Contemporary Gin heißen Gins, bei denen andere Kräuter und Gewürze neben den Wacholder treten. Navy Strength bedeutet schlicht mehr Alkohol, oft um 57 Prozent.

Zwei Namen führen oft in die Irre. Sloe Gin ist ein Schlehenlikör auf Ginbasis und schmeckt in eine ganz andere Richtung. Pink Gin kann ein Cocktail aus Gin und Bitters sein oder ein rosafarbenes Produkt. Genever wiederum ist der niederländische und belgische Vorfahr des Gins, mit eigenem Charakter und eigenen Regeln. Eine gute Ordnung in der App nach diesen Stilen macht deine Sammlung auf einen Blick lesbar.

Gin verkosten: pur zuerst

Probier einen neuen Gin zuerst pur und leicht gekühlt, erst dann im Longdrink. So lernst du seine Botanicals kennen und kannst später gezielter mischen. Ein kleines Stielglas hält die Aromen besser zusammen als ein breites Glas.

Notier dir drei Dinge: wie stark der Wacholder ist, welche Noten dazukommen und wie lang der Geschmack bleibt. Zitrus, Blüten, Pfeffer, Kräuter oder Gewürze reichen als Stichworte völlig aus. Wer so schreibt, erkennt nach zehn Gins sein Muster und kauft den elften gezielter.

Die Gin-Sammlung ordnen und offene Flaschen im Blick

Für eine Sammlung hilft eine Ordnung nach Stil: klassisch und wacholderbetont, zitrusfrisch, blumig, würzig. Dazu gehören Stärke, Herkunft und die Botanicals, die der Hersteller nennt. So findest du für den nächsten Abend schnell den Gin, der zum geplanten Drink passt.

Offene Flaschen halten sich lange, wenn sie gut verschlossen, dunkel und aufrecht stehen. Das Aroma lässt aber langsam nach, je mehr Luft in der Flasche ist. Wer den Füllstand vermerkt, sieht auf einen Blick, welche Gins zuerst weg sollten.

Kosten und Datenschutz bei Gin-Apps

Wie bei allen Getränke-Apps lohnt vor dem Download ein Blick auf das Geschäftsmodell. Viele Gin-Apps finanzieren sich über Werbung, Abos oder Kaufempfehlungen zu jedem Eintrag. Das ist in Ordnung, solange du es weißt. Wichtig bleiben zwei Fragen: Kannst du deine Daten exportieren, und bleibt deine Sammlung privat, bis du selbst etwas teilst?

Gin-Wissen und Rezepte bei Gustofolio

Gustofolio erklärt Gin so, dass du ihn danach besser mischst und gezielter kaufst. Im Lexikon beantwortet ein Dutzend Artikel die Fragen rund um Gin: Sorten, Botanicals, Tonic, Lagerung, Genever, Sloe Gin und Pink Gin. Die Ginreise führt durch 16 Gin-Regionen in 13 Ländern, von den Genever-Brennereien in Schiedam bis in den Schwarzwald, mit acht Themenreisen, unter anderem zu Botanicals, Gin Tonic und Cocktails, Stilen und Verkostung.

Dazu kommen Cocktailrezepte mit genauen Mengen in Zentilitern, vom Gin Fizz über den Basil Smash bis zum Negroni. Jedes Rezept sagt dir, wie es schmeckt, welches Glas du brauchst und ob geschüttelt oder gerührt wird.

Häufige Fragen zur Gin-App

Diese Fragen tauchen am häufigsten auf, wenn jemand eine Gin-App sucht.

Welches Tonic passt zu welchem Gin?

Zu feinen, blumigen Gins passt ein zurückhaltendes Tonic mit wenig Süße, zu kräftigen, wacholderbetonten Gins ein schlichtes Indian Tonic. Probier im Zweifel zwei Tonics nebeneinander mit demselben Gin.

Wie viel Tonic kommt auf einen Gin?

Ein guter Startwert ist ein Teil Gin auf drei Teile Tonic, also 40 Milliliter Gin und 120 Milliliter Tonic. Von dort aus passt du das Verhältnis an deinen Geschmack an.

Welches Glas nimmt man für Gin Tonic?

Ein Highballglas oder ein großes Weinglas, großzügig mit festem Eis gefüllt. Wichtiger als die Form ist die Menge Eis.

Wie lange hält sich eine offene Flasche Gin?

Gut verschlossen, dunkel und aufrecht gelagert hält sich Gin lange. Das Aroma verblasst aber mit der Zeit, besonders wenn nur noch wenig in der Flasche ist.

Gibt es alkoholfreien Gin?

Nicht unter diesem Namen. Nach EU-Recht muss Gin mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben. Alkoholfreie Alternativen gibt es, sie heißen aber anders.

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