
Hering und Bitterballen
Gin & Essen
In den Niederlanden gehört Genever klassisch zum Hering. Hollandse Nieuwe, junger, milder Matjeshering, wird meist roh mit etwas Zwiebel gegessen, direkt vom Fischstand oder im Café. Die fetten, salzigen Fischnoten treffen dabei auf den runden Getreidegeschmack eines Jonge Genevers. Er gleicht die Schärfe des Herings sanft aus, ohne sie zu überdecken.
Auch Bitterballen gehören zur klassischen Borrel, der niederländischen Runde aus Snacks und Getränken am Nachmittag oder frühen Abend. Es sind kleine, frittierte Ragoutbällchen mit knuspriger Panade. Zu diesen fettigen, herzhaften Häppchen passt oft ein Oude Genever besser. Seine kräftigere, malzige Note hält dem intensiven Geschmack der Füllung stand.
Erwtensoep, eine dicke Erbsensuppe mit Rauchwurst und Speck, ist ein weiterer Klassiker der kalten Jahreszeit in Holland. Ihre Deftigkeit verlangt nach einem Genever, der nicht untergeht. Ein Korenwijn, wie ihn Brennereien in Schiedam anbieten, mit seinen Fass- und Karamellnoten, kann hier eher als Abschluss nach der Mahlzeit dienen, statt während des Essens getrunken zu werden.
Käse aus der Region, etwa junger Gouda, zeigt eine andere Seite. Seine milde Cremigkeit lässt die Getreidenoten eines Jonge Genevers klarer hervortreten. Gereifter, würzigerer Käse passt dagegen eher zu einem Oude Genever. In allen Fällen gilt: Genever wird als Geschmacksbegleiter verstanden, nicht als Getränk, das man um seiner selbst willen in Mengen trinkt.
Wer in Schiedam selbst isst, findet Genever oft schon auf der Karte kleiner Cafés an der Lange Haven, direkt neben Bier und Kaffee. Brennereien wie De Kuyper und die Nolet Distillery liefern dabei mehr als nur die Flasche. Sie liefern auch einen Teil der Geschichte, die zu jedem Glas dazugehört, das am Tisch serviert wird.