
Rumtopf und Grog
Essen & Trinkkultur
Im Rumhaus Johannsen gibt es neben Rum auch Rumtopf, Pralinen und Punsch. Der Rumtopf ist das Gericht, das zu Flensburg am besten passt. Dafür werden Früchte der Saison mit Zucker in einen Steinguttopf geschichtet und mit Rum bedeckt, sodass der Alkohol sie über Monate haltbar macht.
Der Rumtopf schmeckt zu Eis, Vanillesauce oder Quark, vor allem aber dort, wo ein kräftiger Rum zur Süße der Früchte tritt. Ein milder Verschnitt eignet sich dafür besser als ein wuchtiger Jamaika-Rum, der die Früchte übertönen würde.
Auch der Grog gehört zur Küste. Er geht auf Admiral Edward Vernon zurück, der 1740 anordnete, die Rumration der Royal Navy mit Wasser zu verdünnen. Heute ist ein heißer Grog mit Zucker und einer Scheibe Zitrone ein Getränk für kalte Tage an der Förde. In Schleswig-Holstein ist außerdem der Pharisäer verbreitet, Kaffee mit Rum unter einer Sahnehaube.
Zum Jahreslauf gehört die Rumregatta. Sie bildet den Abschluss einer mehrtägigen Regattareihe zwischen Kappeln, Sønderborg und Flensburg, bei der traditionelle Segelschiffe auf der Förde antreten und die Stadt an ihre Westindienfahrer erinnert.
Wer den Weg zu Fuß erkunden will, folgt der Rum- und Zuckermeile mit ihren 20 Stationen. Sie führt zu Kaufmannshöfen, Speichern und ehemaligen Zuckersiedereien. Das Rum-Museum im Schifffahrtsmuseum, im früheren Zollpackhaus am Hafen, zeigt dazu die Kehrseite: Der Wohlstand der Stadt beruhte auf Arbeit, die Menschen unter Zwang leisten mussten.