Die kurze Antwort
Eine Spirituosen-App führt deine Hausbar: welche Flaschen da sind, welche offen sind und wie dir jede geschmeckt hat. Gut ist sie, wenn sie die Eigenheiten jeder Spirituose kennt, beim Rum Rohstoff und Herkunft, beim Tequila die Reifestufe, beim Sake die Qualitätsstufe. Für Whisky und Gin gibt es eigene Ratgeber, hier geht es um den Rest der Bar.

Was eine Spirituosen-App für die Hausbar leistet
Eine Hausbar wächst anders als ein Weinkeller. Es stehen weniger Flaschen da, dafür sehr verschiedene: ein Rum aus dem Urlaub, ein Mezcal als Geschenk, zwei Liköre für Cocktails, ein Sake, der seit Monaten im Kühlschrank wartet. Viele davon sind offen, und von manchen ist nur noch ein Rest da.
Eine Spirituosen-App hält deshalb drei Dinge fest: was du hast, wie viel noch drin ist und wie es dir geschmeckt hat. Mit der Zeit zeigt sie dir, welche Richtung du magst, etwa Rum mit viel Fruchtigkeit statt süßer Vanille.
Rum-App: Rohstoff, Brennverfahren, Herkunft
Beim Rum sagt die Farbe wenig. Wichtiger sind drei Fragen. Wurde er aus Melasse oder aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt? Kam er aus der Säule oder aus dem Pot Still? Und woher stammt er? Ein Rhum Agricole aus Martinique schmeckt grasig und frisch, ein Rum aus Jamaika oft wuchtig und fruchtig.
Eine gute Rum-App kennt diese Angaben und notiert, ob Zucker zugesetzt wurde, soweit das bekannt ist. Denn genau das unterscheidet zwei Flaschen, die im Regal gleich aussehen.

Tequila und Mezcal: Agave und Reifestufen
Tequila wird aus blauer Agave gebrannt und trägt eine Reifestufe auf dem Etikett. Blanco kommt ohne oder mit sehr kurzer Reifung. Reposado ruht mindestens zwei Monate im Holz, Añejo mindestens ein Jahr und Extra Añejo mindestens drei Jahre. Achte außerdem auf die Angabe 100 % Agave; ohne sie darf ein Teil aus anderem Zucker stammen.
Mezcal darf aus vielen Agavenarten entstehen, und die Agavenherzen werden oft im Erdofen gegart. Daher kommt sein rauchiger Ton. Eine Spirituosen-App sollte Tequila und Mezcal deshalb nicht in einen Topf werfen.
Sake: Qualitätsstufen lesen
Beim Sake verrät das Etikett, wie stark der Reis poliert wurde und ob Alkohol zugesetzt ist. Junmai bedeutet: nur Reis, Wasser, Koji und Hefe, ohne zugesetzten Alkohol. Ginjo steht für Reis, der auf höchstens 60 Prozent seines Gewichts poliert wurde, Daiginjo für höchstens 50 Prozent. Je stärker poliert, desto feiner und duftiger wird der Sake meist.
Offener Sake gehört in den Kühlschrank und schmeckt in den ersten Tagen am besten. Eine Spirituosen-App, die dir offene Flaschen anzeigt, ist beim Sake deshalb besonders nützlich.
Wodka, Brand und Likör
Wodka unterscheidet sich vor allem im Rohstoff, ob Getreide, Kartoffel oder etwas anderes, und darin, wie mild er im Mund wirkt. Beim Brand, ob Cognac, Armagnac, Calvados oder Obstbrand, zählen Frucht, Region und Alter.
Liköre sind süß, und das ist Absicht: In der EU braucht ein Likör mindestens 15 Prozent Alkohol und in der Regel mindestens 100 Gramm Zucker je Liter. Eine Spirituosen-App sollte sie trotzdem ernst nehmen, denn ein Amaro oder ein Kräuterlikör ist für viele die Flasche, die am häufigsten offen ist.
Offene Flaschen im Blick behalten
Hochprozentiges hält sich offen lange, solange die Flasche gut verschlossen, aufrecht und dunkel steht. Aromen verfliegen trotzdem, vor allem, wenn nur noch ein Rest in der Flasche ist, weil dann viel Luft darüber steht.
Kürzer halten Sake, Wermut und viele Liköre mit Sahne oder Ei. Wermut ist im Kern ein Wein und gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank. Eine Spirituosen-App, die dir zeigt, was offen ist, hilft dabei, Reste rechtzeitig zu trinken.
Cocktails aus der eigenen Bar
Wer eine Hausbar führt, mixt früher oder später. Praktisch ist eine App, die weiß, was du dahast, und dazu passende Rezepte zeigt, statt dir einen Einkaufszettel für Zutaten zu schreiben, die du nie wieder brauchst.
Im Lexikon findest du dafür über hundert Cocktailrezepte mit genauen Mengen in Zentilitern, vom Daiquiri bis zum Negroni.
Checkliste: die beste Spirituosen-App für dich
Mit diesen Fragen prüfst du, ob eine App deine ganze Bar trägt und nicht nur den Whisky.
- Kennt sie Rum, Tequila, Mezcal, Wodka, Brand, Likör und Sake als eigene Arten?
- Erkennt sie Flaschen per Foto vom Etikett?
- Hältst du fest, welche Flaschen offen sind?
- Kannst du jede Spirituose bewerten und Aromen notieren?
- Lernt sie deinen Geschmack über alle Getränke hinweg?
- Zeigt sie Rezepte zu dem, was du dahast?
- Kannst du deine Sammlung exportieren?
- Bleibt deine Bar privat, bis du etwas teilst?
So arbeitet Gustofolio als Spirituosen-App
Gustofolio kennt zehn Getränkearten, alle gleichrangig: Wein, Bier, Whisky, Gin, Rum, Tequila und Mezcal, Wodka, Brand, Likör und Sake. Du fotografierst eine Flasche, Gustofolio erkennt die Art und liest das Etikett aus. Zu jeder Flasche hältst du Bestand, Lagerort und deine Bewertung fest.
Aus allen Bewertungen entsteht ein einziges Geschmacksprofil. Wer Rum mit viel Frucht mag, bekommt danach eher Flaschen in dieser Richtung vorgeschlagen, mit Begründung. In der Bar fotografierst du die Karte und bekommst zu jedem Getränk eine kurze Einschätzung.
Im Kontor zeigt Gustofolio passende Flaschen von Händlern, als Anzeige gekennzeichnet. Das Lexikon führt mit eigenen Reisen durch Rum-, Tequila-, Wodka- und Brandregionen, dazu kommen die Cocktailrezepte. Deine Sammlung bleibt privat und lässt sich als CSV, Excel oder PDF exportieren.
Häufige Fragen zur Spirituosen-App
Diese Fragen stellen sich, wenn die Hausbar mehr wird als ein paar Flaschen.
Gibt es eine gute Rum-App?
Es gibt Rum-Apps für Sammler, die vor allem Abfüllungen und Bewertungen auflisten. Wer neben Rum auch andere Spirituosen trinkt, fährt mit einer Spirituosen-App besser, die Rum als eigene Art mit Rohstoff, Herkunft und Alter führt.
Gibt es eine Tequila-App?
Reine Tequila-Apps sind selten. Wichtig ist, dass eine App Blanco, Reposado und Añejo unterscheidet und Mezcal getrennt führt, denn beide schmecken sehr verschieden.
Gibt es eine Sake-App?
Auch Sake-Apps sind selten, und viele gibt es nur auf Englisch oder Japanisch. Eine Spirituosen-App, die Sake mit seinen Qualitätsstufen führt, reicht für die meisten Sammlungen aus.
Kann ich Whisky und Gin in derselben App führen?
Ja, wenn die App mehrere Arten kennt. In Gustofolio stehen Whisky und Gin neben Rum, Sake und allen anderen in einer Sammlung, mit einem gemeinsamen Geschmacksprofil.


