
Ein Vergleich
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Ein Rum-Verschnitt riecht meist nach Karamell und einem weichen, wenig scharfen Rumton. Dahinter kann sich ein trockener, leicht spritiger Eindruck zeigen, der vom Neutralalkohol kommt. Wer die Nase ins Glas hält, merkt rasch, dass die Aromen ruhiger auftreten als bei einem Rum aus der Pot Still.
Zwei Adressen laden in Flensburg zum Vergleichen ein. Das Rumhaus Johannsen an der Marienstraße 6 füllt nach eigenen Angaben fast ein Dutzend Sorten aus eigener Herstellung ab und bietet Führungen an, die vom Anbau des Zuckerrohrs bis zur Veredelung führen. Das Wein- und Rumhaus Braasch in der Roten Straße zeigt zusätzlich sein Rum-Manufaktur-Museum.
Am besten dient ein Nosing-Glas, notfalls ein kleiner Tulpenkelch, in dem sich die Aromen sammeln. Zimmertemperatur reicht, Kühlung betäubt die feinen Töne. Ein Tropfen Wasser öffnet manchen Rum, bei einem Verschnitt mit 40 Prozent bringt er wenig, weil er ohnehin schon verdünnt ist.
Ein reizvoller Vergleich entsteht, wenn zwei Gläser nebeneinanderstehen: ein Verschnitt und ein reiner Rum, etwa aus Jamaika. Der Unterschied liegt im Nachhall. Der Rum trägt die Melasse und die Fruchtnoten länger, der Verschnitt klingt schneller ab und lässt den Mund trockener zurück.
Auf dem Etikett lohnt sich ein Blick auf die Verkehrsbezeichnung. Steht dort „Rum-Verschnitt“ und „Spirituose“, ist alles in Ordnung, der Rumanteil beträgt mindestens fünf Prozent des Alkohols. Reiner Rum trägt die Bezeichnung „Rum“ und braucht keinen Zusatz.