
Bokit, Accras, Colombo
Essen & Trinkkultur
In Pointe-à-Pitre gehört der Bokit zum Alltag: ein frittiertes Fladenbrot, aufgeschnitten und mit Salzfisch, Hähnchen oder Käse gefüllt. Er ist fettig, salzig und sättigend. Ein Rum mit klarem, trockenem Profil schneidet durch das Fett. Dazu passt ein Blanc, der nach Rohr und Pfeffer riecht und den Gaumen wieder frisch macht.
Accras de morue sind kleine Teigbällchen mit Stockfisch und Chili. Der Salzkabeljau kam einst aus dem Nordatlantikhandel und gehört seit Jahrhunderten zur Küche der Antillen. Man isst sie als Vorspeise und reicht dazu oft ein Ti’ Punch oder ein anderes Getränk mit Limette. Die Säure der Limette gleicht das Frittierte aus.
Beim Colombo, einem Schmorgericht mit einer Gewürzmischung ähnlich einem milden Curry, spielt Indien hinein: Die Mischung gilt als Erbe der Vertragsarbeiter. Féroce d’avocat ist ein Püree aus Avocado, Maniokmehl, Salzfisch und scharfem Chili. Beide Gerichte brauchen Rum, der Schärfe und Cremigkeit aushält, ein Rhum vieux zum Beispiel.
Zu den Getränken der Insel zählen neben dem Ti’ Punch der Planteur, ein Mix aus Rum und Fruchtsäften, sowie der Punch coco. Beliebt ist das Rhum arrangé: Früchte, Gewürze und Zucker ziehen in einer Flasche Rum und werden zu einem Hausgetränk. Weil es aromatisiert ist, trägt es rechtlich nicht den Namen Rum, sondern ist eine Spirituose.
Die Feste der Insel haben Musik und Essen im Mittelpunkt. Der Karneval läuft von Januar bis Aschermittwoch. Im August ziehen bei der Fête des Cuisinières Köchinnen in Kostümen durch Pointe-à-Pitre und tragen ihre Gerichte zum Segen. Gwoka, die Trommelmusik Guadeloupes, steht seit 2014 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.