
Pepperpot und Rumshop
Essen & Trinkkultur
Das bekannteste Gericht Guyanas heißt Pepperpot. Fleisch, oft Rind oder Schwein, wird mit Zimt, Nelken und scharfem Chili stundenlang geschmort, und zwar in Cassareep, dem eingekochten Saft der bitteren Maniok. Cassareep stammt aus der Küche der Indigenen, färbt den Eintopf fast schwarz und hält ihn haltbar. Er gehört zum Weihnachtsmorgen, mit Brot.
Cook-up Rice ist das Gericht für den Samstag: Reis, Bohnen oder Erbsen, Kokosmilch und Fleisch in einem Topf. Metemgee ist ein Eintopf aus Wurzelgemüse, Kochbanane und Kokosmilch, dazu kommen kleine Mehlklöße. Beides sättigt, und der Rum steht dabei eher im Hintergrund, wenn überhaupt.
Die indisch geprägte Küche hat Roti und Curry mitgebracht, die Nachfahren der Vertragsarbeiter pflegen sie bis heute. Frisch gebackenes Fladenbrot mit scharfem Hühner- oder Kichererbsen-Curry passt gut zu einem Rum mit Holz und Würze, weil beide gegen Schärfe und Fett bestehen.
Der Black Cake zu Weihnachten ist ein dunkler Früchtekuchen. Rosinen und Trockenfrüchte liegen dafür Wochen, manchmal Monate in Rum und Wein, bevor sie in den Teig kommen. Daher kommt die tiefe Farbe und ein Geschmack, der dem eines gereiften Rums nahe liegt. In vielen Familien gilt jedes Rezept als Hausgeheimnis.
Rumshops gibt es in fast jedem Ort. Sie sind Treffpunkte, in denen man sitzt, Domino spielt und sich unterhält. Im Februar feiert Guyana Mashramani, das Fest zum Jahrestag der Republik 1970, mit Umzügen, Musik und Kostümen. Indische Feste wie Phagwah und Diwali gehören ebenso zum Kalender. Cocktails spielen in diesen Runden eine geringere Rolle als der gerade eingeschenkte Rum.