
Yam, Fisch, Overproof
Essen & Trinkkultur
Zu welchem Essen passt Rum aus Jamaika? Am Nordwestufer Jamaikas isst man, was Land und Meer hergeben. Ackee mit Saltfish gilt als Nationalgericht der Insel: die gekochte Frucht des Ackee-Baums, die wie Rührei aussieht, dazu gesalzener Stockfisch, Zwiebeln und Paprika. Die Salzigkeit und das Fett vertragen die Wucht eines Rums.
Auch die Yamswurzel gehört auf den Tisch. Eine Sorte trägt den Namen des Parish, die gelbe Trelawny-Yam, ein mehliges, nahrhaftes Knollengemüse, das gekocht oder gebraten zu Fisch und Fleisch kommt. Stamp and Go, frittierte Stockfischküchlein, und Festival, ein süßlich-fester frittierter Teig, ergänzen das Bild.
An der Küste um Falmouth kommt Fisch dazu, etwa als Escovitch: gebraten und mit eingelegten Zwiebeln und scharfen Schoten übergossen. Die Säure schneidet durch das Öl, und neben der Schärfe der Schoten wirkt ein ungereifter Rum fast kühl.
In den Rumshops auf dem Land wird weißer Overproof häufig mit einem Chaser getrunken, einem Schluck Kokoswasser, Limonade oder Bier hinterher. Barleute mischen ihn auch in Drinks wie den Daiquiri, in kleinen Mengen, weil ein Löffel schon reicht, um den ganzen Drink zu prägen. Der Überlieferung nach geht der Daiquiri auf einen Ingenieur um 1900 zurück.
Als Dessert passt ein Stück Rumkuchen, ein dichter, mit Rum getränkter Fruchtkuchen, der in Jamaika zu Weihnachten gebacken wird. Hier dient der Rum als Geschmack und nicht als Zweck, und die Fruchtnote der Ester ist dem Teig willkommen.