
Bar und Teller
Essen & Trinkkultur
Der Daiquirí gehört zu Havanna wie der Malecón. Er besteht aus Rum, Limettensaft und Zucker, mehr nicht, und gelingt nur, wenn die drei im Gleichgewicht stehen. Der Überlieferung nach entstand er um 1900 im Osten der Insel, berühmt wurde er in den Bars der Hauptstadt.
Die Bar El Floridita an der Ecke Obispo und Monserrate führt sich auf das Jahr 1817 zurück, damals unter dem Namen La Piña de Plata. Das Haus gilt als Ort des gefrorenen Daiquirís mit gestoßenem Eis. Der Papa Doble, eine Variante mit mehr Rum und ohne Zucker, wird mit Ernest Hemingway verbunden.
La Bodeguita del Medio ist das Gegenstück, ein kleines Lokal in der Altstadt, das als Lebensmittelladen begann und nach dem Zweiten Weltkrieg zur Bar wurde. Ihr Mojito wird gern mit Hemingway verbunden, doch der Satz „Mein Mojito in der Bodeguita, mein Daiquirí im Floridita“ ist in seinen Schriften nicht nachweisbar. Woher der Mojito stammt, ist ungeklärt. Eine Überlieferung nennt ein Heilmittel, eine andere die Arbeiter auf den Zuckerrohrfeldern.
Zum Essen gehört die ropa vieja, zerzupftes Rindfleisch in Tomatensoße, der Name bedeutet „alte Kleider“. Dazu kommen Moros y Cristianos, schwarze Bohnen mit weißem Reis, und gebratene Kochbananen. Der Name des Reisgerichts erinnert an Mauren und Christen der Reconquista. Die Süße der Kochbanane, die Säure der Tomate und das Salz des Fleisches treffen auf einen Rum, der selbst trocken und weich ist.
Der Cuba Libre verbindet der Überlieferung nach seit etwa 1900 Rum mit Cola und Limette. Wer sehen will, wie der Rum entsteht, findet in der Altstadt Havannas das Rummuseum von Havana Club.