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Verkosten in der Region Havanna, Mayabeque & Matanzas

Weich im Glas

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Wie schmeckt kubanischer Rum? Vor allem weich, trocken und ruhig. Junge Abfüllungen riechen nach Vanille, etwas Karamell und hellem Holz, ältere bringen getrocknete Früchte, Kakao und Tabak hinzu. Scharfe Alkoholnoten sind selten, weil das Destillat durch Aktivkohle gelaufen ist.

Als Beispiele dienen drei Abfüllungen von Havana Club, die aus den Brennereien in Mayabeque stammen: Añejo Blanco, Añejo 3 Años und Añejo 7 Años. Der Blanco ist leicht und frisch, der Dreijährige trägt mehr Karamell, der Siebenjährige ist der dichteste und zeigt Röstaromen und Trockenobst. Das sind Geschmacksbeschreibungen, keine Rangfolge.

Ein Nosing-Glas, das sich nach oben verjüngt, sammelt den Duft, für den Alltag tut es ein kleiner Tumbler auch. Bei Zimmertemperatur, etwa 18 bis 20 Grad, zeigt sich die Vanille am besten, in der Kälte verschließt sich der Rum. Erst riecht man, dann nimmt man einen kleinen Schluck und verteilt ihn im Mund.

Ob mit oder ohne Wasser, ist Geschmackssache. Bei rund 40 Prozent Alkohol genügt ein einzelner Tropfen, um die Holznoten zu öffnen, mehr verdünnt die leise Aromatik. Pur kommen vor allem die gereiften Abfüllungen zur Geltung, der Añejo Blanco ist dagegen auf Mischgetränke ausgelegt.

Zum Vergleichen hilft ein Nebeneinander: den Blanco und den Siebenjährigen im selben Glas, nacheinander, mit Wasser zum Neutralisieren dazwischen. Der Unterschied liegt dann vor allem im Holz und in der Dauer der Reifung, nicht im Brand. Beide Rums stammen aus Säulendestillat, der eine ist nur länger im Fass gewesen.

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