
Accras, Colombo, Blaff
Essen & Trinkkultur
Welche Gerichte passen zu Rhum agricole aus Martinique? Zum Blanc gehören die Accras de morue, frittierte Bällchen aus Stockfisch, mit Chili gewürzt: Fett und Schärfe fängt der grasige, pfeffrige Rum gut ab.
Boudin créole, die Blutwurst der Insel, wird mit Piment und Kräutern gewürzt und verlangt etwas Kräftiges im Glas. Beim Colombo, einem Curry aus Huhn oder Schwein, kam die Gewürzmischung mit Arbeitern aus Indien auf die Insel, die nach der Abschaffung der Sklaverei auf die Pflanzungen geholt wurden. Zu ihm passt eher ein gereifter Rhum mit Gewürz und Holz.
Blaff ist Fisch, der in einer Brühe aus Limette, Kräutern und Piment gart, leicht und sauer. Die Féroce d’avocat ist eine Paste aus Avocado, Stockfisch, Maniokmehl und Chili. Beide Gerichte sind frisch und scharf, und ein Blanc mit seiner Zuckerrohrschärfe sitzt dazu gut, ohne sie zu überdecken.
Der Cocktail der Insel ist der Ti’ Punch: Rhum agricole blanc mit Limette und Rohrzuckersirup, am Tisch gemischt. Er ist ein Aperitif, kein Longdrink, und lebt vom Rohr im Rum.
Wichtiger als das Rezept ist das Verhältnis: viel Rum, ein Stück Limettenschale, nur ein Hauch Sirup. Getrunken wird er vor dem Essen, in kleiner Menge und langsam, nicht als Durstlöscher.
Zu den Brennereien, die Besucher empfangen, zählen in der Nord-Caraïbe Depaz in Saint-Pierre und Neisson in Le Carbet. Wer dort probiert, steht an den Hängen des Vulkans, der die Stadt 1902 zerstörte, und schmeckt Rum von Böden, die seine Asche geformt hat.