
Gras, Pfeffer, Holz
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Wie schmeckt Rhum agricole aus Martinique? Ein weißer Agricole wie der Bio-Blanc von Neisson mit 52,5 % vol riecht zuerst nach frisch geschnittenem Zuckerrohr und Gras, danach nach Pfeffer und weißen Blüten. Der Geschmack ist trocken und kräftig, der Abgang hält lange an.
Depaz Blue Cane steht eine Stufe weiter. Er ist bernsteinfarben, die Fachpresse nennt Karamell und Zuckerrohr, und er zeigt, wie das Rohr nach der Reifung runder auftritt, ohne die Frische ganz zu verlieren.
Noch eine Stufe weiter liegt die Grande Réserve XO von Depaz mit mindestens sechs Jahren in Eiche. Typisch für diese Altersstufe sind Gewürz, Vanille und Trockenfrucht, während das Gras des Blancs in den Hintergrund tritt. Wer beide nebeneinander probiert, riecht, was sechs Jahre Holz mit demselben Rohr machen.
Als Glas eignet sich ein Tulpenglas oder Nosing-Glas mit enger Öffnung, das die Aromen zusammenhält. Der Rum sollte Zimmertemperatur haben, denn Kälte dämpft den Duft. Bei Stärken über 50 % vol riecht man erst am Glasrand, nicht mit der Nase tief im Glas, weil der Alkohol sonst alles überdeckt.
Pur schmeckt man in kleinen Schlucken und wartet jeweils einen Moment. Ein paar Tropfen Wasser öffnen einen kräftigen Blanc, ohne ihn zu verdünnen; mehr als ein Teelöffel ist selten nötig. Fragt man sich, welcher Rhum für den Anfang taugt, fängt man am besten mit dem Blanc an, weil man an ihm das Rohr am deutlichsten erkennt.