
Tamales und Carnitas
Essen & Trinkkultur
Michoacáns Küche steht seit 2010 auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes, als Teil der traditionellen mexikanischen Küche. Dort lässt sich Charanda am besten einordnen: als regionaler Brand zu regionalem Essen. Die Gerichte stammen aus dem Mais, den die Purépecha seit Jahrhunderten anbauen, und aus dem Schwein.
Carnitas gelten als Gericht, das in Quiroga erfunden wurde. Schweinefleisch gart stundenlang in großen Kesseln im eigenen Fett und wird danach in Stücken serviert. Zum fettigen, würzigen Fleisch passt ein klarer Brand mit Säure oder Limette besser als ein schwerer, süßer.
Corundas sind dreieckige Tamales aus Maisteig, in Maisblätter gewickelt und gedämpft. Der Name stammt aus dem Purépecha, k'urhaunda heißt dort Tamal. Uchepos bestehen aus frischem Mais statt aus getrocknetem und schmecken oft süß. Churipo ist ein Fleischeintopf. Zu den sanften Maisgerichten passt die Süße einer gereiften Charanda.
Eine Trinkregel der Region ist nicht überliefert, und wer Charanda mixt, behandelt sie wie einen Saftrum: Limette, Zucker, Soda, Minze. Die Logik kennen Ti' Punch und Caipirinha, deren Rezepte an anderer Stelle stehen. Zum Aufwärmen am Berghang taugt der Brand auch pur.
Charanda schmeckt am glaubwürdigsten als Teil einer Mahlzeit: erst die Tamales, dann das Fleisch, danach ein kleiner Schluck zum Abschluss. So passt der Brand zur Küche, aus der er stammt, und bleibt ein Begleiter statt einer Kulisse für Drinks. Ein fester Regionalcocktail ist nicht überliefert.
Uruapan selbst liegt in Reichweite des Vulkans Paricutín, der 1943 aus einem Maisfeld wuchs; die Gemeinde Nuevo Parangaricutiro gehört zur Charanda-Zone. Zwischen Aschekegeln, Avocadogärten und roten Äckern sieht man, woher der Brand kommt: aus einer Landschaft, die vom Vulkan geformt ist.