
Mehlspeisen und Punsch
Essen & Trinkkultur
In Österreich gehört Inländerrum eher in die Backstube als an die Bar. Punschkrapfen, Rumkugeln und Rumtopf leben von seinem Aroma. Der Alkohol trägt Vanille und Zimt in den Teig, und beim Backen verfliegt das Brennende, während die Würze bleibt. Deshalb ist er bei Mehlspeisen so beliebt.
Der Punschkrapfen ist ein Klassiker der Wiener Konditorei: Biskuit, Konfitüre und Rum, bedeckt von einer rosa Glasur. Die Rumkugel besteht aus Schokolade, Nüssen oder Kuchenresten und wird mit einem Schuss Rum gebunden. Der Rumtopf dagegen legt Früchte des Sommers in Rum ein und wird im Winter geöffnet.
Das bekannteste Getränk mit Inländerrum ist der Jagertee. Er besteht aus schwarzem Tee, Rum und Gewürzen, wird heiß serviert und gehört zu Skihütten, Almen und Weihnachtsmärkten. Das Haus Stroh führt sein Rezept nach eigenen Angaben auf das Jahr 1864 zurück und nennt Orange, Zitrone, Vanille, Zimt und Nelken als Zutaten.
Wichtig zum Verstehen: Ein Jagertee ist ein Winter- und Hüttengetränk, eine Teepause für Menschen, die gerade draußen waren. Er wird kleinschluckweise getrunken, nicht in großer Menge. Die Wärme soll wärmen, nicht berauschen. Ähnliches gilt für den Punsch, der in vielen Regionen Österreichs eine Saisonware ist.
Wer zu Hause backt, findet auf Stroh 80 im Rezept oft den Hinweis, dass wenige Tropfen genügen. Der Geschmack ist konzentriert, die Menge klein. Süßspeisen mit Rum gelingen am besten, wenn der Rum zum Teig und nicht der Teig zum Rum passt. Weitere Verbindungen zwischen Rum und Schokolade zeigt der Ratgeber zu Rum und Schokolade.