
Vanille und Zimt
Verkosten
Wie schmeckt Inländerrum eigentlich? Wer ein Glas Stroh vor sich hat, riecht zuerst Vanille und Zimt, dann Nelke und etwas Karamell. Das Haus nennt dazu weitere geheim gehaltene Gewürze. Beschrieben wird der Ton oft als mild, schokoladig und süßlich, auch wenn kaum Zucker im Glas steckt.
Zum Prüfen nimmt man ein kleines Nosing-Glas oder einen Schwenker, Zimmertemperatur reicht. Zuerst riecht man mit etwas Abstand, denn bei 54, 60 oder gar 80 Prozent Alkohol sticht der Dampf in der Nase. Danach folgt ein winziger Schluck auf der Zunge. Nach dem Schlucken bleibt ein warmer, würziger Abgang.
Wasser hilft bei hohen Stärken. Ein paar Tropfen genügen, damit sich die Aromen öffnen und der Alkohol weniger brennt. Bei Stroh 80 ist das fast Pflicht, wenn man mehr als Hitze schmecken möchte. Eine Faustregel gibt es nicht, jeder probiert sich an den eigenen Geschmack heran.
Als Beispiele taugen drei Flaschen. Die Standardabfüllung von Stroh in Klagenfurt zeigt den Grundton des Inländerrums. Stroh 80 steht für die Spitze der Stärke und die ikonische Flasche der Marke. Zum Vergleich passt ein Tuzemák wie Božkov aus Tschechien, der mit Rumessenz arbeitet, aber auf Kartoffel- oder Rübenalkohol beruht.
Wer Rum sonst pur im Glas kennt, wird den Inländerrum als anderes Getränk empfinden. Er ist keine Spirituose zum Nippen an der Bar, sondern ein Aromageber für die Küche und den heißen Becher. Mehr zum Verkosten steht in den Ratgebern zu Rum pur trinken und Rum verkosten.