
Poncha und Honigkuchen
Essen & Trinkkultur
Poncha ist das Getränk, mit dem Rum aus Madeira am häufigsten zusammenkommt. Klassisch besteht sie aus Zuckerrohrbrand, Honig, dem Saft von Zitrone oder Orange und etwas Zucker. Mit einem Holzquirl, dem caralhinho, wird so lange gerührt, bis sich der Honig löst und der Alkohol kaum noch zu schmecken ist.
Neben der traditionellen Poncha und der „pescador“ genannten Fischer-Variante gibt es Versionen mit Maracuja, roten Früchten oder Guave. Poncha-Bars findet man vor allem in Orten wie Câmara de Lobos, dem Fischerort westlich von Funchal. Das Glas gehört auf der Insel so selbstverständlich zum Abend wie der Honig, der darin aufgelöst wird.
Zu den Gerichten der Insel gehört die Espetada, Rindfleisch am Lorbeerspieß über Holzglut, dazu milho frito, gebratene Maiswürfel. Als Fisch kommt der Degenfisch, espada, mit Banane auf den Tisch. Zum Brot reicht man bolo do caco, ein rundes Fladenbrot mit Knoblauchbutter.
Die Poncha steht oft am Anfang eines Abends, ein gereifter Rum eher am Ende des Essens. Die Säure der Zitrone und die Süße des Honigs erklären, warum Poncha zu Salzigem und Gebratenem passt, während der gereifte Rum mit Honig und Karamell zu Süßem passt.
Süß wird es mit bolo de mel, dem dunklen Honigkuchen, der mit Zuckerrohrhonig gebacken wird und traditionell zu Weihnachten gehört. Das Rohr schmeckt also im Kuchen, in der Poncha und im Rum. O Reizinho stellt nach eigenen Angaben neben Rum auch Liköre her.