
Granit und Gewürze
Region & Geschichte
Wer wissen will, woher Rum von den Seychellen kommt, landet auf Mahé, der größten Insel des Landes, gut tausend Kilometer vor der ostafrikanischen Küste. Dauerhaft besiedelt wurden die Inseln erst ab 1770, als französische Siedler eintrafen. Vorher lebte dort niemand.
Die Siedler legten Pflanzungen an, auf denen Gewürze, Baumwolle, Kokospalmen und etwas Zuckerrohr wuchsen. Die Arbeit leisteten versklavte Menschen, die aus Ostafrika und von Madagaskar auf die Inseln verschleppt wurden. Ab 1814 standen die Seychellen unter britischer Herrschaft, die Sklaverei endete dort 1835, und die Unabhängigkeit folgte 1976.
Zuckerrohr blieb auf den Seychellen eine Nebensache, denn der Boden ist steil, felsig und knapp. Überliefert ist, dass man es im späten 19. Jahrhundert häufiger anbaute, um den Zucker zu ergänzen, den nur wenige Schiffe brachten. Aus dem Saft entstand ein gegorenes Getränk, das man Baka nannte, und aus Hinterhofanlagen kam später selbst gebrannter Schnaps.
Gewerblichen Rum gibt es erst seit 2002. Damals begannen die Brüder Richard und Bernard d'Offay mit ihrer Firma Trois Frères Distilleries in La Plaine St André im Südosten von Mahé zu brennen. Nach Angaben des Hauses stammt das Anwesen aus dem späten 18. Jahrhundert und war einst eine Gewürzplantage; die Familie baute das alte, geschützte Gebäude um, bevor die Brennerei dort einzog.
Takamaka gilt als die erste und bislang einzige kommerzielle Rumbrennerei der Seychellen. Einen eigenen Herkunftsschutz gibt es für Seychellen-Rum nicht. Als Rum darf in der EU nur verkauft werden, was mindestens 37,5 % vol hat, ohne Alkoholzusatz auskommt und eine Altersangabe nur für den jüngsten Anteil im Fass trägt.