
Chandon in Agrelo
Region & Geschichte
Schaumwein aus Argentinien hat eine klare Geburtsstunde, und sie liegt in Mendoza. Ende der 1950er-Jahre suchte Robert-Jean de Vogüé von Moët & Chandon ein Land, in dem sich außerhalb der Champagne Flaschengärung im großen Stil aufbauen ließ. Gemeinsam mit dem Önologen Renaud Poirier bereiste er Argentinien und blieb am Ende in Agrelo hängen.
Agrelo gehört zu Luján de Cuyo, südlich der Stadt Mendoza, und liegt am Fuß der Anden in knapp 1.000 Metern Höhe. Nach den Angaben des Hauses kaufte Moët & Chandon dort 1959 ein Grundstück von vier Hektar und gründete am 9. September 1960 die Niederlassung. Sie gilt als die erste des Hauses außerhalb Frankreichs. Die kalifornische Schwester entstand erst 1973 und wird bei Carneros & Napa erzählt.
Die Wahl war kein Zufall. Mendoza ist Wüstenland mit wenig Regen, die Reben leben vom Schmelzwasser der Anden. Dafür bringt die Höhe kühle Nächte, und genau die braucht ein Grundwein, der später im Glas lebendig schmecken soll. Chandon nennt als Gründe für den Standort ausdrücklich die großen Temperaturschwankungen und das Wasser aus den Bergen.
Mit den Jahren rückte der Anbau höher hinauf, ins Valle de Uco und nach Tupungato. Die Linie Baron B führt die Fachpresse inzwischen unter der Herkunft Uco.
Das Wort für Schaumwein heißt auf Spanisch espumante. Das argentinische Weinrecht fasst Vino Espumoso, Espumante, Champaña und Champagne in einer Kategorie zusammen; das Weinbauinstitut INV hat sie mit der Resolution C 1/03 vom 23. Januar 2003 ins Weingesetz Nr. 14.878 eingefügt. In Europa ist der Name Champagner dagegen der Champagne vorbehalten, auf einer Flasche aus Mendoza darf er hier nicht stehen.