
Burghof und Straußwirtschaft
Essen & Anlass
Das Sekt- und Biedermeierfest in Eltville findet am ersten Juliwochenende am Rheinufer und im Hof der Kurfürstlichen Burg statt. Es erinnert an die Zeit der Sektgründer, denn zu Matheus Müllers Lebzeiten, von 1773 bis 1847, fiel das Biedermeier. Seit etwa 150 Jahren schreibt man hier Sektgeschichte, und das Fest macht sie sichtbar.
Einen Monat vorher, am ersten Juniwochenende, gehören die Eltviller Rosentage der Stadt. Über 300 Rosensorten und mehr als 10.000 Rosenstöcke blühen dann in Eltville, das auch Rosenstadt heißt. Ein Glas Sekt gehört zu diesem Rahmen, wie ihn die Stadt pflegt: draußen, am Ufer, mit Blick auf Burg und Rhein.
Zwischen den Festen sind die Straußwirtschaften der Treffpunkt. Dort kommen Hausmacher Wurst, Käse und frisches Brot auf den Tisch. Salz und Fett gleicht ein trockener Riesling-Sekt gut aus, denn seine Säure schneidet durch, und die feinen Perlen reinigen den Gaumen für den nächsten Bissen.
Im Frühjahr passt Brut zu Spargel mit neuen Kartoffeln und gekochtem Schinken. Die Säure des Rieslings hält die Butter in Schach, und die Perlage macht den Spargel leichter. Auch gebratener Fisch oder ein Salat mit Ziegenkäse harmonieren mit einem schlanken Riesling-Sekt.
Als Aperitif zum Anstoßen bei Familienfeiern oder Taufen eignet sich ein Winzersekt, weil er Herkunft und Jahrgang offenlegt. Wer ihn zum Essen reicht, wählt am besten Brut oder Extra Brut. Süßere Stufen passen eher zu Kuchen oder Obstdesserts und werden zum Hauptgang schnell zu schwer.