
Wachenheim und Deidesheim
Region & Geschichte
Schloss Wachenheim Sekt kommt aus der Pfalz, aus dem Weinort Wachenheim an der Deutschen Weinstraße südlich von Bad Dürkheim. Das Haus wurde 1888 gegründet. Nach Angaben des Unternehmens gelang es dem Gründer Carl Joseph Wagner damals, die Flaschengärung, wie man sie aus der Champagne kannte, auf die Rieslinge der Pfalz zu übertragen. Für Ende des 19. Jahrhunderts war das ein ehrgeiziger Schritt.
Aus der Sektkellerei von damals ist ein Konzern geworden. Nach Eigenangabe zählt Schloss Wachenheim heute zu den bedeutenden Herstellern von Sekt und Perlwein in Europa, und im Sortiment stehen auch entalkoholisierte Schaumweine. Unter dem Namen findet sich aber auch Riesling-Sekt mit dem Hinweis auf traditionelle Flaschengärung.
Eine ganz andere Geschichte erzählt Deidesheim. Dort steht die Villa im Paradies, 1838 im Stil eines florentinischen Palazzo gebaut. Klaus Menger-Krug und Regina Motzenbäcker lernten sich beim Studium in Geisenheim kennen. Ende der 1970er-Jahre wollten sie Spitzensekt aus deutschen Weinen nach dem traditionellen Verfahren machen, damals ein Wagnis. 1981 stellten sie ihren ersten Sekt vor. Heute führt die Familie nach Eigenangabe zwei Weingüter und eine Sektmanufaktur.
Zwischen Konzernmarke und Winzerhaus übersetzt das Gesetz die Unterschiede in Etiketten. Wer wissen will, was Sekt b.A. aus der Pfalz auszeichnet, findet es im Weingesetz: Ein Sekt darf sich so nennen, wenn für ihn eine amtliche Prüfungsnummer erteilt wurde. Winzersekt dagegen verlangt Trauben und Weinbereitung aus einem Betrieb, traditionelle Flaschengärung sowie Rebsorte und Jahrgang auf dem Etikett.
Das Rebland dahinter ist groß. Die Pfalz ist mit 23.445 Hektar das zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet. 144 Weinorte liegen an der rund 85 Kilometer langen Deutschen Weinstraße, und aus ihrem Wein können Sektmacher wählen.