
Forelle und Riesling
Essen & Anlass
Moselforelle ist das Gericht, das Fluss und Sekt verbindet. Blau gekocht oder in Butter gebraten, mit Zitrone und Petersilienkartoffeln, braucht sie einen Begleiter mit Säure. Ein Riesling-Sekt brut bringt die mit, und seine Perlage macht die Butter leichter.
Zur Rieslingsuppe, einer Suppe mit Riesling und Sahne, passt ein Sekt aus derselben Rebe. Beide teilen die Frucht, und die Säure des Sekts schneidet durch die Sahne. Ein trockener Sekt mit wenig Dosage ist hier besser als ein milder. Wer die Suppe als Vorspeise reicht, sollte den Sekt vorher kurz in die Kühlung zurücklegen, damit er kalt bleibt.
In Koblenz, am Deutschen Eck, steht Himmel un Äd auf der Karte: gebratene Blutwurst mit Apfelmus und Kartoffelpüree. Der Zucker des Apfels, das Fett der Wurst und die Säure im Glas halten sich die Waage. Ein Sekt brut aus Riesling hält dagegen, ohne sich zu verstecken.
Als Aperitif eignet sich ein Moselsekt vor dem Essen am besten. Er macht Appetit, und sein Alkohol bleibt moderat. Ein 2022er Winzersekt kommt mit 12 Prozent, Crémant mit ähnlichen Werten, und manche Häuser bieten auch alkoholfreie Sekte an.
Der Anlass entscheidet weniger als die Auswahl. Zu Empfang, Taufe oder Hochzeit passt ein Brut, zum Dessert ein Sekt mit mehr Dosage. Wer gern mit Moselwein feiert, findet in Winzersekt, Crémant und Markensekt drei Wege, den Fluss ins Glas zu holen, ohne in Süße zu verfallen.