
Frucht und Stein
Verkosten
Ein Riesling-Sekt von der Mosel beginnt mit Frucht und endet mit Stein. Ein Händler beschreibt den Scharzhofberger Riesling Sekt Brut der Bischöflichen Weingüter Trier, Jahrgang 2019, mit Birne, Aprikose und gelbem Apfel. Der Abgang sei puristisch und leicht salzig-mineralisch.
Anders gebaut ist die bekannte Marke. Deinhard Lila Riesling Sekt kommt aus Koblenz und gehört seit 2020 zu Peter Mertes. Der Agritiushof setzt dagegen auf Riesling Crémant brut nature von Devonschiefer, mindestens 24 Monate auf der Hefe. Ein Vergleich der beiden zeigt, wie viel Zeit und Dosage ändern.
Ein Weißweinglas oder eine Tulpe eignet sich besser als die breite Schale. In der Wölbung sammeln sich die Aromen, und die Perlen steigen länger. Ein Sekt mit langer Hefe verträgt ein Glas mit etwas Bauch, damit sich die Hefenote entfalten kann. Wer es ausprobieren will, schenkt denselben Sekt in Schale und Tulpe ein und vergleicht Duft und Perlage, dann merkt man den Unterschied sofort.
Die Faustregel für die Temperatur lautet sechs bis acht Grad. Ist der Sekt wärmer, wirkt die Säure schärfer und das Gas entweicht zu schnell. Ist er kälter, verschließt sich das Aroma, und man schmeckt nur noch Kälte.
Man hält den Korken fest und dreht langsam die Flasche statt des Korkens. Der Druck entweicht mit einem leisen Seufzen. Ein lauter Knall verschenkt Kohlensäure und kann gefährlich werden. Danach zuerst wenig einschenken, den Schaum setzen lassen und nachgießen.