
Austern und Cassoulet
Essen & Anlass
Das Bordeaux-Ritual beginnt am Atlantik: Austern aus dem Becken von Arcachon, dazu die Crépinette, eine flache, pfeffrige Schweinswurst im Netz aus Fett. Das gilt als klassischer Auftakt. Ein Crémant de Bordeaux Brut passt dazu, weil seine Säure die salzige Frische der Austern aufnimmt und die Kohlensäure das Fett der Wurst löst.
Zum Nachtisch oder zum Kaffee gehört der Canelé, ein kleines Gebäck mit dunkler karamellisierter Kruste und weichem Kern nach Vanille und Rum. Das Gebäck stammt aus Bordeaux und wird traditionell in kleinen Formen aus Kupfer gebacken. Ein Rosé-Crémant mit Beerenaroma macht sich gut daneben, weil er die Süße nicht übertönt, sondern mit Frucht antwortet.
Rund um Gaillac isst man Cassoulet, Entenconfit und Foie gras, eine Küche, die kräftig und fett ist. Ein Mauzac mit feiner Säure und etwas Hefe passt hier gut, weil Apfel und Prickeln die Schwere aufbrechen. Ein Cassoulet, der Eintopf aus weißen Bohnen, Ente und Würsten, wird in Toulouse und Umgebung gekocht.
Als Aperitif öffnet man einen Crémant de Bordeaux gern am frühen Abend, bevor es an den Tisch geht. Zu Fisch, hellem Geflügel und mildem Käse passt er ebenfalls, weil Säure und Perlage den Gaumen frisch halten.
Einfach zu merken: Salz, Säure und Frische verbinden sich mit Crémant, Fett und Würze mit dem Mauzac. Wer zu Hause nachkocht, braucht keine Spezialzutaten: Austern vom Fischhändler, ein paar gebratene Würstchen und ein Brot reichen für einen Abend im Stil von Bordeaux.
Gerichte mit viel Schärfe oder viel Süße sind schwieriger. Ein kaum süßer Brut verliert gegen Chili und gegen Kuchen mit viel Zucker, dort ist der Mauzac mit etwas Restzucker im Vorteil.