
Käse und Eintopf
Essen & Anlass
Chaource und Langres, zwei Weichkäse der Champagne, passen traditionell zu Champagner aus Épernay. Chaource aus Kuhmilch duftet nach Pilz und Haselnuss und trägt seit 1970 eine geschützte Herkunft. Langres ist würziger und salziger, die Mulde auf seiner Oberseite füllt man gelegentlich mit einem Schluck Champagner. Die Säure und die feine Kohlensäure schneiden durch die Cremigkeit.
Auch die Küche der Region ist bodenständig. Die Potée champenoise ist ein wärmender Eintopf mit Schweinefleisch und Gemüse, die Andouillette de Troyes eine kräftige Wurst. Zu beiden braucht es einen Wein, der Fett nicht erschlägt, sondern auffrischt, und das kann ein trockener Brut leisten. Zu geräuchertem Schinken und Pasteten greift man gern zu einem Brut, zu salzigen Happen auch zu einem Brut nature, weil kein Zucker dagegen arbeitet.
Austern, Jakobsmuscheln und anderes aus dem Meer verlangen nach einem Blanc de Blancs. Seine Frische und die straffe Säure stützen das Salzige, ohne das zarte Fleisch zu überdecken. Zu Süßem wie einem Obstdessert wählt man eher einen Demi-Sec, denn Dessert und Wein sollten etwa gleich süß sein.
Zu den Bräuchen gehört der Name Churchill. Der britische Premier schätzte die Weine von Pol Roger, und das Haus benennt bis heute eine Prestigecuvée nach ihm. Jahrgangschampagner kommen gern zu runden Geburtstagen, Jubiläen und Hochzeiten auf den Tisch, weil das Jahr auf dem Korken selbst eine Erinnerung ist. Am 22. Januar, dem Tag des heiligen Vinzenz, feiern die Winzer der Champagne ihren Schutzpatron.