
Hausstile im Glas
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Ein Glas Brut von Perrier-Jouët riecht anders als eines von Pol Roger, und der Unterschied liegt in der Cuvée. Perrier-Jouët setzt viel Chardonnay ein, das schmeckt man als Zitrus, Apfel und weiße Blüte. Die Prestigecuvée Belle Époque trägt seit 1964 weiße japanische Anemonen auf der Flasche, nach einem Entwurf von Émile Gallé aus dem Jahr 1902.
Der Brut Réserve von Pol Roger lagert nach Angaben des Hauses mindestens drei Jahre und wirkt dadurch ausgewogen, mit Gebäck und Zitrus. Moët & Chandon baut seinen Brut Impérial auf den Reserveweinen auf, daher kommt die runde, fruchtige Fülle. Der Jahrgang von Dom Pérignon geht mit den Jahren in Nuss und Röstaromen über.
Für Champagner empfiehlt sich ein Tulpenglas statt der flachen Schale. Die Schale verteilt die Perlen und die Aromen rasch in der Luft, die Tulpe bündelt sie. Das Glas sollte hoch genug sein, damit der Schaum Platz hat, und nur zur Hälfte gefüllt werden.
Am besten schmeckt Champagner bei etwa 8 bis 10 Grad. Zu kalt, dann verschließt sich das Aroma, zu warm, dann wird der Schaum grob. Das Öffnen geht leise: Folie und Drahtkorb lösen, den Daumen auf den Korken legen und die Flasche drehen statt des Korkens. Ein sanftes Zischen ist das Ziel, kein Knall. Wer mehrere Weine nebeneinander probiert, beginnt mit dem Brut ohne Jahrgang und endet beim Jahrgang, damit die kräftigeren Aromen die zarteren nicht überdecken.