
Straße der Häuser
Region & Geschichte
Wo stehen Moët & Chandon, Perrier-Jouët und Pol Roger? In Épernay, und zwar fast Tür an Tür: Die drei Häuser liegen an der Avenue de Champagne, einer breiten Straße voller Stadtvillen. Hinter den Fassaden führen Treppen hinab in die Kreide. Die Straße lag an einem alten Handelsweg zwischen Frankreich und Deutschland, darum ließen sich schon im 18. Jahrhundert Weinhändler hier nieder.
Moët & Chandon nennt 1743 als Gründungsjahr, damals durch Claude Moët. Napoleon soll 1807 Jean-Rémy Moët in dessen Haus an dieser Straße besucht haben. Perrier-Jouët folgte 1811, gegründet von Pierre-Nicolas Perrier, der Korken lieferte und eigene Weinberge besaß, gemeinsam mit Adèle Jouët. Pol Roger entstand 1849 und gehört bis heute einer Familie. Moët & Chandon ist dagegen Teil des Konzerns LVMH.
Dom Pérignon klingt nach Klostergeschichte, ist als Marke aber jung. Der erste Jahrgang ist 1921, in den Verkauf kam er erst 1936. Den Namen hatte das Haus Mercier 1927 anlässlich einer Hochzeit zwischen zwei Familien an Moët abgegeben.
Dass der Mönch Pierre Pérignon den Champagner erfunden habe, ist eine Legende. Schon 1662 beschrieb der Engländer Christopher Merret vor der Royal Society, wie Händler dem Wein Zucker zusetzen, damit er „brisk and sparkling“ wird. Pérignon war von 1668 bis 1715 Kellermeister der Abtei Hautvillers und ein Pionier der Qualität. Seine Geschichte erzählt die Weinreise durch die Champagne.
Der Name Champagne ist seit dem Gesetz vom 6. Mai 1919 an ein abgegrenztes Gebiet gebunden, die Appellation folgte 1936. 2015 nahm die UNESCO die Avenue de Champagne samt ihren Kellern ins Welterbe „Hügel, Häuser und Keller der Champagne“ auf. Neben den großen Häusern, die Trauben zukaufen und Weine mischen, arbeiten in der Gegend auch Winzer, die ausschließlich aus eigenen Reben erzeugen.